Demokratische Bürgermeisterkandidatin von Washington wegen Verbindungen zu homophobem Aktivisten in der Kritik

Die Publikation Washington Blade veröffentlichte einen Meinungsbeitrag, in dem die LGBT-Gemeinschaft aufgefordert wird, bei den bevorstehenden Bürgermeisterwahlen in Washington D.C. nicht für Janeese Lewis George (Demokratische Partei) zu stimmen. Der Autor des Artikels, der politische Kommentator Peter Rosenstein, warf der Kandidatin Prinzipienlosigkeit und Verbindungen zu Personen vor, die sich gegen die Rechte von LGBT-Personen stellen.

Der Hauptgrund für die Kritik war die Unterstützung, die George von dem sozialen Aktivisten Jauhar Abraham annahm. Abraham hatte zuvor homophobe Beleidigungen verwendet und erklärt, dass homosexuellen Menschen nicht erlaubt werden sollte, an öffentlichen Schulen zu unterrichten. Laut Rosenstein akzeptierte George nicht nur Abrahams politische Unterstützung, sondern feierte auch öffentlich seinen Geburtstag mit ihm, ohne seine homophoben Äußerungen zu verurteilen.

Der zweite umstrittene Punkt in Georges Kampagne ist ihre Zusammenarbeit mit der Bewegung der Demokratischen Sozialisten Amerikas (DSA). Rosenstein weist darauf hin, dass die DSA die Abschaffung Israels fordert und den von ihr unterstützten Kandidaten Treffen mit zionistischen Organisationen verbietet, weshalb der Gruppe Antisemitismus vorgeworfen wird. Nach Kritik von jüdischen Organisationen hielt George ein privates Treffen mit deren Führern ab. Dabei machte sie einen Mitarbeiter für das Ausfüllen des DSA-Fragebogens verantwortlich, entließ ihn jedoch nicht und erklärte auch nicht, mit welchen genauen Punkten des sozialistischen Programms sie nicht einverstanden sei. Kurz darauf sprach George auf einer DSA-Kundgebung.

In seiner Kolumne merkte Rosenstein auch an, dass George die Kampagne von Zohran Mamdani, dem kürzlich gewählten Bürgermeister von New York, kopiere. Der Autor betont jedoch, dass die Situation in der Hauptstadt grundlegend anders sei. Washington hat weder den Status eines Bundesstaates noch einen eigenen Gouverneur oder eine unabhängige Legislative. Die budgetäre und legislative Autonomie der Stadt ist begrenzt, und die lokalen Behörden müssen ständig mit der Bundesregierung – dem Kongress und dem US-Präsidenten – interagieren. Laut Rosenstein versteht George die Komplexität dieser politischen Realität nicht und ist nicht auf die Herausforderungen vorbereitet, vor denen der Bürgermeister des Bundesdistrikts steht.

Am Ende des Artikels forderte der Autor die Wähler auf, einen anderen Kandidaten, Kenyan McDuffie, zu unterstützen, und bezeichnete ihn als eine geeignetere Wahl für die Führung der Stadt.

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