Kirche in Wales macht Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen dauerhaft

Am 16. April 2026 stimmte das Leitungsgremium der Church in Wales dafür, einen Gottesdienst für gleichgeschlechtliche Paare dauerhaft beizubehalten. Einfach gesagt: Wenn zwei Frauen oder zwei Männer ihre Ehe oder eingetragene Partnerschaft bereits nach staatlichem Recht geschlossen haben, kann ein Priester danach in der Kirche einen gesonderten Segnungsgottesdienst für diese Verbindung halten. Das bedeutet nicht, dass die Kirche die rechtsgültige Trauung selbst vollzieht; es geht nur um eine Segnung nach der zivilrechtlichen Registrierung. BBC News berichtete darüber.

An der Abstimmung nahmen 143 Mitglieder teil. In jedem der drei Stände — Bischöfe, Klerus und Laien — war eine Zweidrittelmehrheit für nötig. Die Laien stimmten mit 48 zu 8 bei zwei Enthaltungen, der Klerus mit 32 zu 7 bei fünf Enthaltungen; die Bischöfe bestätigten die Annahme ohne Gegenstimmen. Einzelne Geistliche können die Segnung weiter ablehnen.

Die Church in Wales hatte dies seit 2021 vorläufig erlaubt, doch die Regelung sollte Ende 2026 auslaufen. Nun sollen die Formulierungen ins Book of Common Prayer aufgenommen werden, wodurch die Praxis dauerhaft wird. Vor der Abstimmung erklärte die Kirche, die Änderung folge auf eine Phase der «Reflexion und des Zuhörens» innerhalb der Kirche.

In der Debatte sprach der Bischof von St Asaph, Gregory Cameron, vom «Schaden, den die Zurückweisung unserer LGBT-Brüder und -Schwestern in Christus» anrichte, und bat, keine Kirche zu sein, «die solchen Schmerz zufügt». Die Bischöfin von Llandaff, Mary Stallard, unterstützte die Änderung und berichtete von einer nahestehenden Person, der in der Kirche eine «Schamkultur» vermittelt worden sei, es sei «nicht in Ordnung, schwul zu sein». Zu den Gegnern zählte der Diakon Andy Grimwood; er befürchtete, die Entscheidung bringe «nicht Einheit», sondern «Spaltung».

Die BBC weist auf die Differenz zur Church of England hin, die keine vergleichbar autorisierte Segnung gleichgeschlechtlicher Ehen kennt. Im Juli 2025 wurde Cherry Vann Erzbischöfin von Wales — die erste Frau und die erste offen LGBT-Person in diesem Amt.