Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting, der Pubertätsblocker für Minderjährige verbot, tritt zurück

Der britische Minister für Gesundheit und Soziales, Wes Streeting, ist zurückgetreten. Dies berichtete die BBC unter Berufung auf Streetings Rücktrittsschreiben an Premierminister Keir Starmer. Streeting erklärte, er habe das Vertrauen in die Führung des Premierministers nach dem schlechten Abschneiden der regierenden Labour Party bei den jüngsten Wahlen verloren.

In seinem Brief verband Streeting seine Entscheidung mit den Wahlergebnissen, bei denen Labour in ganz England Sitze verlor, während die rechtspopulistische Partei Reform UK unter Nigel Farage an Boden gewann. Der scheidende Gesundheitsminister bezeichnete den Aufstieg der Nationalisten als eine „existenzielle Bedrohung für die künftige Integrität des Vereinigten Königreichs“ und argumentierte, dass ein Verbleib im Amt unter der derzeitigen Führung „ehrlos und prinzipienlos“ wäre.

Obwohl Streetings Rücktrittserklärung seine Erfolge bei der Verbesserung des National Health Service (NHS) hervorhob, wurden seine gesundheitspolitischen Entscheidungen bezüglich transgeschlechtlicher Menschen nicht erwähnt, die zu den umstrittensten während seiner Amtszeit gehörten.

Im Jahr 2024 setzte Streeting ein landesweites Verbot für die Verschreibung von Pubertätsblockern an transgeschlechtliche Minderjährige mit Geschlechtsdysphorie durch. Cisgeschlechtliche Kinder, bei denen eine vorzeitige Pubertät diagnostiziert wurde, behielten jedoch Zugang zu den Medikamenten. Im Jahr 2025 erwog er zudem ein Verbot der Verschreibung von Hormonersatztherapien für transgeschlechtliche Minderjährige in Privatkliniken.

Zur Rechtfertigung des Verbots von Pubertätsblockern im Jahr 2024 berief sich Streeting auf den Cass Review , eine unabhängige Untersuchung zu pädiatrischen Gender-Diensten. Damals behauptete er, die Verschreibungspraxis stelle ein „inakzeptables Sicherheitsrisiko“ dar, und erklärte, die vollständige Umsetzung der Empfehlungen der Untersuchung werde das Wohlergehen transgeschlechtlicher Menschen verbessern.

Der Rücktritt von Streeting stieß bei Teilen der britischen Transgender-Community auf Zustimmung. Nutzer in sozialen Medien und Fachforen drückten ihre Erleichterung darüber aus, dass er künftig keinen Einfluss mehr auf die Regierungspolitik nehmen wird.