Uganda lässt zwei wegen eines Kusses verhaftete Frauen gegen Kaution frei, doch ihnen droht weiterhin lebenslange Haft

In Uganda sind zwei Frauen, die im Februar wegen des Vorwurfs eines öffentlichen Kusses festgenommen wurden, gegen Kaution aus der Haft entlassen worden und warten nun auf ihren Prozess. Laut MambaOnline handelt es sich um die 22-jährige Wendy und die 21-jährige Diana.

Die Polizei nahm sie am 18. Februar fest, nachdem sie nach einer Beschwerde von Nachbarn ihr Zimmer in der nördlichen Stadt Arua durchsucht hatte. Die Behörden warfen ihnen damals „mutmaßliche homosexuelle Praktiken“ und „seltsame und ungewöhnliche Handlungen sexueller Natur“ vor und erklärten, sie hätten sich „am helllichten Tag offen geküsst“.

Der Aktivist Frank Mugisha erklärte, die Frauen seien inzwischen bei ihren Familien zu Hause, der Fall sei jedoch nicht abgeschlossen. Die Anklagen nach dem Anti-Homosexualitätsgesetz blieben bestehen, und ein Termin für die nächste Gerichtsanhörung stehe noch nicht fest.

Mugisha und Amnesty International Eastern Africa forderten die Behörden auf, die Anklagen fallen zu lassen. Amnesty erneuerte zudem den Appell an Uganda, das Anti-Homosexualitätsgesetz aufzuheben und allen Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung gleichen Rechtsschutz zu garantieren.

Das Gesetz gilt in Uganda seit Mai 2023. Es sieht lebenslange Haft für gleichgeschlechtliche Beziehungen und die Todesstrafe für sogenannte „schwere Homosexualität“ vor. Menschenrechtsorganisationen berichten, dass seit Inkrafttreten Hunderte Menschenrechtsverletzungen gegen LGBT-Personen dokumentiert wurden, darunter Festnahmen, Zwangsräumungen, erzwungene Analuntersuchungen und Folter.