Russland blockiert ausländische Websites von LGBT-Zentren und Medien

Die russischen Behörden haben den Zugang zu ausländischen Websites, die über das Leben von LGBT-Personen berichten oder ihnen Hilfe anbieten, eingeschränkt. Es wurden Ressourcen aus den Vereinigten Staaten, Japan, der Türkei, Israel, Brasilien und der Mongolei blockiert. Dies berichtete das Nachrichtenportal Parni PLUS unter Berufung auf BlockedIn, einen Dienst, der die Erreichbarkeit von Websites verfolgt.

Unter den blockierten Seiten befinden sich Menschenrechtszentren. Dazu gehören die japanische Organisation Tokyo Rainbow Pride, die Pride-Veranstaltungen in der Hauptstadt Japans organisiert, die mongolische Organisation LGBT Centre Mongolia sowie Gemeindezentren für LGBT-Personen in Tel Aviv (Israel) und Durham (USA). Sie konzentrieren sich auf Aufklärung und den Schutz der Rechte von Menschen, die Diskriminierung erfahren.

Auch ausländische Medien und Kulturprojekte sind in Russland unzugänglich geworden. Der Staat blockierte die amerikanische Buchhandlung und das Kulturzentrum Bureau of General Services—Queer Division, die englischsprachige Publikation Queer Forty, einen queeren Touristenführer für Istanbul in der Türkei, das brasilianische Medium Gay Blog BR und die Schwulenbar Pieces Bar in New York.

Roskomnadsor — die staatliche Behörde, die das Internet in Russland kontrolliert — führt solche Blockierungen ohne Gerichtsbeschluss durch. Die Behörden erklären dies als Kampf gegen die sogenannte „LGBT-Propaganda“. Seit 2022 ist es in Russland strengstens verboten, jegliche positive oder neutrale Informationen über Homosexualität oder Transgender-Identität zu verbreiten. Zuvor hatte die Behörde aus denselben Gründen einen Chat mit künstlicher Intelligenz blockiert, der die Rolle eines Jungen in Frauenkleidung spielte.