Russisches Gericht Verbietet Drei Filme mit LGBT-Thematik Wegen „Destruktiver Ideologie“
Am 9. Juni 2026 verbot ein Bezirksgericht in der russischen Stadt Sankt Petersburg den Vertrieb der Filme Love, Simon, Kill Your Darlings und Call Me by Your Name im Land. Das Gericht urteilte, dass diese Filme eine „destruktive Ideologie“ enthalten.
Das Gericht stellte fest, dass die Filme das Interesse an „nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen“ wecken und diese positiv darstellen. Die Entscheidung stützte sich auf sechs Web-Links, unter denen die Filme zum Ansehen verfügbar waren. Diese Seiten müssen nun in Russland gesperrt werden.
Alle drei Filme wurden in den 2010er Jahren veröffentlicht und erlangten internationale Bekanntheit. Love, Simon (Regie: Greg Berlanti) erzählt die Geschichte eines amerikanischen Schülers, der seine Homosexualität verbirgt. Kill Your Darlings (John Krokidas) konzentriert sich auf die Jugend des amerikanischen Dichters Allen Ginsberg. Call Me by Your Name (Luca Guadagnino) schildert das Erwachsenwerden und die erste Liebe eines Teenagers in Italien.
In den letzten Jahren wurde die russische Gesetzgebung bezüglich LGBT-Personen zunehmend verschärft. Seit 2022 gilt im Land ein Gesetz, das die sogenannte „Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen“ unter Menschen jeden Alters vollständig verbietet. Im Jahr 2023 stufte das Oberste Gericht Russlands die „internationale öffentliche LGBT-Bewegung“ als extremistische Organisation ein und verbot ihre Aktivitäten. Vor diesem Hintergrund verhängen russische Gerichte regelmäßig Geldstrafen gegen Streaming-Dienste und blockieren den Zugang zu Filmen, Büchern und anderen Werken, die LGBT-Personen erwähnen.