Papst Leo XIV stellt sich gegen formalisierte Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare in Deutschland

Papst Leo XIV hat sich gegen Versuche deutscher Bischöfe gestellt, Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare stärker zu formalisieren. Wie LGBTQ Nation berichtet , sagte er nach seiner Afrika-Reise vor Journalist:innen, der Vatikan unterstütze keine formalisierten Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare und andere „irreguläre“ Verbindungen, wenn diese über das hinausgingen, was Papst Franziskus bereits erlaubt habe.

Auslöser war der jüngste Schritt von Kardinal Reinhard Marx, dem Erzbischof von München und Freising. In seiner Erzdiözese schlug Marx vor, sich auf das deutsche Papier „Segen stärkt die Liebe“ zu stützen, das von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken erarbeitet wurde. Der Text geht davon aus, dass die Kirche nicht nur verheiratete verschiedengeschlechtliche Paare, sondern auch andere Verbindungen begleiten kann, darunter gleichgeschlechtliche.

Leo XIV machte damit deutlich, wo aus seiner Sicht die Grenze zwischen dem deutschen Ansatz und der römischen Position liegt. Unter Franziskus hatte der Vatikan informelle Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare bereits zugelassen, allerdings nur außerhalb eines eheähnlichen Ritus und ohne Änderung der kirchlichen Lehre über die Ehe. Weiter zu gehen würde nach Leos Worten eher zu Spaltung als zu Einheit führen.

Zugleich verschob der Papst den Schwerpunkt der Debatte. Er sagte, die Kirche dürfe Moral nicht allein auf Fragen der Sexualität reduzieren, und nannte Gerechtigkeit, Gleichheit, die Freiheit von Männern und Frauen sowie Religionsfreiheit als wichtigere Themen. Das ist für den Kontext entscheidend: Leo änderte die katholische Ehelehre nicht, schlug aber eine andere Rangfolge moralischer Prioritäten vor.

Katholische LGBT-Gruppen in den USA begrüßten diese Aussagen als wichtiges Signal. Dem Bericht zufolge sahen Dignity USA und New Ways Ministry darin eine überfällige Anerkennung, dass die Kirche zu lange auf sexuelle Moral und zu wenig auf soziale Fragen und menschliche Würde fixiert gewesen sei.