Neuseeland lockert die Regeln für Blutspenden von schwulen und bisexuellen Männern
Ab dem 4. Mai ändert Neuseeland seine Regeln für Blut- und Plasmaspenden, sodass schwule und bisexuelle Männer nicht mehr automatisch zurückgestellt werden, nur weil sie in den vergangenen drei Monaten Sex mit einem Mann hatten. Wie die University of Auckland berichtet , stellt der neuseeländische Blutdienst auf ein individuelles Risikomodell um.
Für Leserinnen und Leser heißt das schlicht: Künftig werden allen Spendern dieselben Fragen zu ihrer jüngsten sexuellen Aktivität gestellt, statt nur Männer, die Sex mit Männern haben, gesondert zu behandeln. Dieses Modell wird bereits in mehreren anderen Ländern genutzt und richtet sich nicht nach der sexuellen Orientierung, sondern nach konkretem Verhalten, das mit einem Infektionsrisiko verbunden sein kann.
Die neue Regelung folgt der in Neuseeland durchgeführten SPOTS-Studie. Nach Angaben der Forschenden zeigte sie, dass ein gerechteres und einheitlicheres Prüfmodell die Sicherheit der nationalen Blutversorgung nicht verringern sollte. Zugleich könnte es die Zahl möglicher Spender unter schwulen und bisexuellen Männern deutlich erhöhen.
Der Bericht betont auch die symbolische Bedeutung des Wechsels. Über Jahrzehnte wurden Männer, die Sex mit Männern haben, in den Spenderregeln als eigene Kategorie behandelt, was viele als überholt und diskriminierend ansahen. Neuseeland entfernt sich nun von diesem Ansatz und gestaltet das System neutraler gegenüber sexueller Orientierung.