Der offen schwule Carl Wilson besiegt die von Sozialisten unterstützte Boylan in Manhattan

Carl Wilson hat seinen Sieg bei der Nachwahl für den Sitz des New Yorker Stadtrats im 3. Bezirk von Manhattan erklärt, nachdem erste Ergebnisse ihm einen deutlichen Vorsprung vor Lindsey Boylan gaben. Wie City & State berichtet , lag Wilson am Abend des 28. April bei 99% ausgezählter Scanner bei rund 43% der Erststimmen, Boylan bei etwa 26%. Die offizielle Auszählung nach dem Ranked-Choice-System steht noch aus, doch Boylan hat ihre Niederlage bereits eingeräumt.

Für den Bezirk ist das Ergebnis nicht nur parteipolitisch bedeutsam. Der 3. Bezirk reicht von Hell’s Kitchen bis ins West Village und umfasst auch das Stonewall Inn. Er gilt deshalb seit langem als eines der politischen Zentren der LGBT-Community in New York. Nach Angaben des Blatts wird Wilson der fünfte offen schwule Politiker sein, der den Bezirk im Stadtrat vertritt, und führt damit eine lange Tradition fort.

Wilson ist ein offen schwuler lokaler demokratischer Politiker und ehemaliger Büroleiter von Erik Bottcher, der den Sitz nach seinem Wechsel in den Staatssenat freigemacht hatte. Solche Nach- und Sonderwahlen in New York City sind formal parteilos, doch Wilson ist eng mit der lokalen Demokratischen Partei und der Organisation Hell’s Kitchen Democrats verbunden. Seine Kampagne stützte sich auf lokale politische Netzwerke, Gewerkschaften und die Unterstützung der Stadtratssprecherin Julie Menin. Vor diesem Hintergrund wurde die Wahl schnell auch als politischer Test für Bürgermeister Zohran Mamdani gelesen, der Boylan unterstützte.

Damit hat das Ergebnis auch eine breitere Bedeutung für die Stadtpolitik. City & State bezeichnet die Wahl als das erste klare Beispiel dafür, dass Mamdanis Unterstützung keinen Sieg garantierte. Für Wilson selbst bedeutet sie zugleich den raschen Einzug in den Stadtrat aus einem Bezirk, in dem Wohnungsfragen, Lebensqualität, Verkehr und LGBT-Repräsentation traditionell besonderes politisches Gewicht haben.