Demokrat Aus Michigan Greift Trans Gegnerin Wegen Des Namens Auf Ihren Wahlunterlagen An

Im US-Bundesstaat Michigan hat der frühere demokratische Abgeordnete Frank Liberati Beschwerde gegen seine Vorwahlgegnerin Joanna Whaley eingelegt, eine transgeschlechtliche Frau, die ebenfalls für die Demokratische Partei kandidiert. Wie The Advocate berichtet , behauptet Liberati, Whaley habe gegen das Wahlrecht des Bundesstaats verstoßen, weil sie bei der Einreichung ihrer Unterlagen für die Vorwahl im August im 2. Bezirk einen früheren Namen nicht angegeben habe.

Die Beschwerde verweist auf einen Antrag Whaleys auf Namensänderung aus dem Jahr 2023, der damals nicht abgeschlossen wurde. Laut dem Bericht hat sie ihren Namen später jedoch rechtlich ändern lassen. Die dazugehörigen Gerichtsunterlagen wurden aus Sicherheitsgründen versiegelt, weil ihre öffentliche Bekanntheit zunahm.

Wichtig ist dabei auch der juristische Kontext. Jay Kaplan von der ACLU in Michigan sagte, Whaley benutze den Namen Joanna bereits seit mehr als fünf Jahren. Das Recht des Bundesstaats erkenne außerdem sogenannte Namensänderungen nach Common Law an, solange sie nicht mit Betrug zusammenhängen. Nach dieser Auslegung durfte sie rechtmäßig unter ihrem heutigen Namen kandidieren und verstieß nicht gegen die Wahlkampfvorschriften.

Whaley wies den Vorwurf zurück und sagte, sie habe die nötigen Unterlagen und Zeugen, um zu belegen, dass sie seit Langem als Joanna bekannt sei. Zugleich machte sie deutlich, dass sie ihren Wahlkampf nicht auf einen Streit über ihren Namen reduzieren will. Stattdessen wolle sie über größere Themen sprechen, darunter ein staatliches Einzahlersystem im Gesundheitswesen und sinkende Lebenshaltungskosten, etwa bei Versorgungsrechnungen.

Die Geschichte blieb nicht bei einem technischen Streit über Unterlagen. Die LGBT-Fraktion im Parlament von Michigan nannte die Beschwerde haltlos und erklärte, der Einsatz von Transfeindlichkeit als Wahlkampftaktik habe in der Politik keinen Platz, schon gar nicht in einer demokratischen Vorwahl.

Nach Angaben Whaleys entschied sie sich zur Kandidatur, nachdem der Abgeordnete Tullio Liberati, der Bruder ihres jetzigen Gegners und scheidender Vertreter des Bezirks, im März 2025 für ein Verbot von transgeschlechtlichen Mädchen im Schulsport gestimmt hatte. Das Blatt schreibt, Whaley sei 2026 eine von zwei trans Frauen, die in Vorwahlen in Michigan antreten.