LGBTQ-Organisationen in Kenia überleben trotz US-Förderkürzungen

LGBTQ-Organisationen in Kenia durchleben eine ihrer schwierigsten Phasen seit Jahren. Wie die Deutsche Welle berichtet , haben drastische Finanzierungskürzungen durch die Vereinigten Staaten zu Entlassungen und zur Einschränkung von Hilfsprogrammen geführt, auf die viele Gemeindemitglieder angewiesen sind.

Laut John Mathenge, dem Direktor von Health Options for Young Men on HIV/AIDS/STIs (HOYMAS), folgten die Störungen auf Anordnungen von Partnern, die Arbeit einzustellen. Allein in der kenianischen Hauptstadt Nairobi musste die Organisation fast 25 Mitarbeiter und 110 Freiwillige entlassen. Mathenge schätzt den Verlust an Finanzmitteln auf über 50 %. Diese Kürzungen haben sich stark auf die Aufklärungsarbeit, die Schulung von Gesundheitspersonal und HIV-Präventionsprogramme ausgewirkt.

Trotz des Geldverlusts haben HOYMAS und mehrere andere Gruppen beschlossen, ihre Kliniken in Nairobi und anderen Regionen offen zu halten. Die Organisation verlässt sich auf die bescheidene Unterstützung privater kenianischer Philanthropen und der kenianischen Sozialgesundheitsbehörde, um grundlegende Medikamente zu beschaffen und einige ehrenamtliche Ärzte zu bezahlen. Mathenge verhandelt auch mit der Regierung, um Medikamente für die Kliniken zu sichern.

Die Kürzungen haben sich auf das tägliche Leben von LGBTQ-Personen ausgewirkt. Kevin, ein Universitätsstudent in Nairobi, erzählte, dass er früher regelmäßig Beratung und Kondome erhielt, diese Dienste jedoch schwerer zugänglich geworden seien. Die Anwohnerin Sharon wies darauf hin, dass Gemeinschaftsorganisationen einen sicheren Raum boten, in dem Menschen medizinische Versorgung suchen konnten, ohne Angst vor der Diskriminierung haben zu müssen, der sie in normalen Krankenhäusern oft ausgesetzt sind.

Die Krise hat Aktivisten dazu veranlasst, nach neuen Arbeitsmodellen zu suchen. Die Unternehmerin Mercy ist der Ansicht, dass sich Organisationen mehr auf Projekte konzentrieren sollten, die den Menschen helfen, ihr eigenes Einkommen zu erzielen, anstatt sich vollständig auf Spender zu verlassen. John Mathenge stimmt diesem Ansatz zu und plädiert für die Finanzierung von gemeindegesteuerten Initiativen, die Einnahmen generieren können.

„Die Finanzierung mag geschrumpft sein, aber unser Leben hat nicht aufgehört, als die Zuschüsse endeten. Wir haben gelernt, dass Widerstandsfähigkeit nicht etwas ist, was uns Spender geben; es ist etwas, das wir schon immer hatten“, betonte Kevin.