In Istanbul wurde das Motto der 34. LGBT+-Pride-Woche bekannt gegeben: „AÇIK S’AÇIK“

Das Komitee der Istanbul Pride Week hat das Motto der 34. LGBT+-Pride-Woche bekannt gegeben, die vom 22. bis 28. Juni stattfinden wird: „AÇIK S’AÇIK“. Wie Bianet berichtet , beschreiben die Organisator:innen die Woche und den Marsch in einer Zeit fortgesetzter Einschränkungen von LGBT-Sichtbarkeit im öffentlichen Raum erneut als Ort der Begegnung, des Selbstausdrucks und der Solidarität.

Der Slogan lässt sich nicht sauber in andere Sprachen übertragen, und genau darin liegt ein Teil seiner politischen Wirkung. In der Erklärung des Komitees steht er für Offenheit, die Weigerung, sich zu verstecken, und die Weigerung, sich einer aufgezwungenen Moral zu unterwerfen. Die Organisator:innen sagen, sie seien offen sichtbar nicht deshalb, weil Staat oder Institutionen es erlaubt hätten, sondern weil ihre Existenz über die ihnen gesetzten Grenzen hinausgehe.

Die Erklärung ordnet die Pride außerdem in eine breitere Allianz unterdrückter Gruppen ein. Das Komitee sagt, der Kampf von LGBT-Menschen sei auch der Kampf von Frauen, der Arbeiterklasse, von Alevit:innen, Armenier:innen, Kurd:innen und anderen Gemeinschaften, die Gewalt, Verleugnung und Ausgrenzung ausgesetzt seien. In diesem Verständnis ist Istanbul Pride nicht nur ein Fest der Sichtbarkeit, sondern auch eine offene Linie politischen Widerstands.

Dieser Kontext ist wichtig, weil die Istanbul Pride seit Jahren mit Verboten, Festnahmen und Polizeidruck konfrontiert ist. Dennoch erklären die Organisator:innen, sie würden weder die Straße noch den gemeinsamen Kampf mit anderen Bewegungen noch die Forderungen nach Zugang zu Gesundheitsversorgung, Wohnraum sowie rechtlicher und psychologischer Unterstützung für LGBT-Menschen aufgeben.