Bundesweite LGBT-Jugendberatung Queersupport schließt zum Jahresende

Das Jugendnetzwerk Lambda gab am 3. November bekannt, dass es seine bundesweite Beratungsstelle Queersupport bis Ende 2026 schließt. Wie queer.de berichtet, nimmt die Beratungsstelle bereits keine neuen Anfragen mehr an. Laufende Beratungen sollen bis zum Jahresende abgeschlossen werden. Wer weitere Hilfe braucht, soll bei der Suche nach einem anderen Angebot unterstützt werden.
Queersupport berät LGBT-Personen zwischen 14 und 27 Jahren. Die Beratung übernehmen Fachkräfte und geschulte junge Ehrenamtliche. Laut Lambda sind die Anfragen zuletzt gestiegen. Immer häufiger geht es dabei um Gewalt in der Familie, Suizidgedanken oder selbstverletzendes Verhalten.
Das Bundesfamilienministerium unter Karin Prien (CDU) kündigte im Juli die Rahmenvereinbarung zur Förderung von Lambda zum Jahresende 2026. In einer Antwort an den Bundestag verwies die Bundesregierung auf die notwendige Haushaltskonsolidierung und erklärte, der Verband könne weiterhin Fördermittel beantragen. Nach Angaben von Lambda wurde ein erheblicher Teil des Queersupports aus diesen Mitteln bezahlt. Der Verband konnte die Finanzierungslücke nicht schließen und bereitet neue Förderanträge vor, um die Beratung wieder aufnehmen zu können.
Lambda berät seit 1995 junge LGBT-Menschen. Der Deutsche Bundesjugendring sprach sich am 31. Oktober gegen das Ende der Rahmenförderung aus und forderte eine langfristige Unterstützung der Arbeit von Lambda.


