Italienische Theologin Sandra Letizia berichtet über Unterstützung für LGBT-Katholiken auf Sizilien
New Ways Ministry veröffentlichte am 2. November 2026 ein Interview mit der italienischen Theologin Sandra Letizia über die Seelsorge mit LGBT-Katholiken auf Sizilien. Sie arbeitet in der spirituellen Bildung bei Cristiani LGBTQ+ Sicilia, einer regionalen Gemeinschaft von LGBT-Katholiken und ihren Familien.
Im Oktober stellte Letizia die Erfahrungen der Gemeinschaft bei einer Konferenz über Medien, Religion und Gender in Bologna vor. Laut Universitätsprogramm fand die Veranstaltung am 14. und 15. Oktober statt. Ihr Vortrag über LGBT-Seelsorge auf Sizilien und digitalen Aktivismus war für den zweiten Tag vorgesehen.
Letizia erläuterte, warum sie lieber von Seelsorge „mit“ LGBT-Menschen als nur „für“ sie spricht: Geistliche Begleitung müsse von den Erfahrungen und Bedürfnissen der Beteiligten ausgehen. Es handle sich um einen gemeinsamen Weg, auf dem auch die begleitende Person lerne und sich verändere.
Die Gemeinschaft vereint verschiedene Generationen aus ganz Sizilien. Online-Treffen ermöglichen Menschen aus kleineren Orten und ehemaligen Inselbewohnern die Teilnahme. Die Gruppe arbeitet zudem mit der Elterngemeinschaft In viaggio per Emmaus („Unterwegs nach Emmaus“) zusammen, auch mit Eltern, deren Kinder nicht mehr in die Kirche gehen.
Ein Treffen beider Gruppen mit den Bischöfen bestätigt das Abschlusskommuniqué der Sizilianischen Bischofskonferenz. Es fand während der Wintersitzung vom 12. bis 14. Januar 2026 in Palermo statt. Vertreter berichteten über ihren Glaubensweg, das Leid durch verschlossene Türen und Gleichgültigkeit christlicher Gemeinschaften sowie ihren Wunsch nach geistlicher Unterstützung.
Dem Dokument zufolge dankten die Bischöfe für das Treffen und bekräftigten, jeder Mensch müsse aufgenommen und in seiner Würde geachtet werden. Sie hofften, die Präsenz von LGBT-Christen könne Menschen, die Ablehnung erfahren hätten, wieder Türen öffnen. Das Kommuniqué nennt 2020 als Gründungsjahr der Elterngruppe.
Als Anzeichen für die Wirkung der Arbeit nannte Letizia neue Mitglieder und Einladungen zu gemeinsamen Veranstaltungen: Treffen mit katholischen AGESCI-Pfadfindern und Gebetswachen außerhalb Catanias, wo viele Mitglieder leben. Aus ihrer Sicht brauchen die Beteiligten einen Ort in der Kirche, den sie als geistliches Zuhause betrachten können.
Uránia berichtete bereits über einen Beitrag von New Ways Ministry zur Unterstützung von LGBT-Gemeindemitgliedern im italienischen Bistum Bozen-Brixen.


