Nachrichten Vereinigtes Königreich

Schottische Krankenschwester Sandie Peggie verliert Gewerkschaftsklage nach Streit um trans Ärztin

Ein Arbeitsgericht im schottischen Dundee hat am 2. November 2026 alle drei Diskriminierungsvorwürfe der Krankenschwester Sandie Peggie gegen die britische Pflegegewerkschaft Royal College of Nursing (RCN) zurückgewiesen. Sie hatte ihr vorgeworfen, sie bei der Unterstützung in einem Streit mit ihrem Arbeitgeber wegen ihrer genderkritischen Überzeugungen diskriminiert zu haben. Über die Entscheidung berichtet PinkNews.

Der Streit begann im Dezember 2023 im Victoria Hospital in Kirkcaldy. Peggie wandte sich dagegen, dass die trans Frau und Ärztin Beth Upton die Frauenumkleide nutzte. Nach der Auseinandersetzung mit Upton wurde die Krankenschwester im Januar 2024 vom Dienst suspendiert und bat ihre Gewerkschaft um Hilfe.

Das Urteil nennt drei Vorwürfe: unzureichende Rechtsberatung beim ersten Kontakt, die Ablehnung rechtlicher Unterstützung für eine zweite Klage gegen NHS Fife und das Versäumnis, sämtliche erbetenen Zusicherungen des Arbeitgebers zu nach Geschlecht getrennten Räumen und zum Schutz von Beschäftigten mit genderkritischen Überzeugungen einzuholen. NHS Fife ist die regionale Einrichtung des öffentlichen Gesundheitsdienstes, die das Krankenhaus betreibt.

Richterin Melanie Sangster stellte fest, dass Peggies Überzeugung von der Unveränderlichkeit des biologischen Geschlechts durch den Equality Act 2010 geschützt sei, das Handeln der Gewerkschaftsvertreter jedoch nicht beeinflusst habe. Nach den Feststellungen des Gerichts folgte der erste Vertreter seinem üblichen Vorgehen bei suspendierten Beschäftigten; bei der Ablehnung weiterer Rechtshilfe spielte eine Rolle, dass Peggie eigene Anwälte hatte; eine weitere Vertreterin bearbeitete ihren Einzelfall und nicht die allgemeine Politik des Arbeitgebers.

Die RCN begrüßte das Urteil. Wie Sky News berichtet, erklärte die Gewerkschaft, ihre Mitarbeiter hätten die für alle Mitglieder geltenden Verfahren eingehalten und fair und unparteiisch gehandelt.

Peggies Vertreter bezeichneten das Urteil als beunruhigend für Gewerkschaftsmitglieder: Erfahrene Gewerkschaftsmitarbeiter und Juristen müssten die Rechtsgrundlage möglicher Ansprüche erkennen, nicht die Beschäftigten selbst. Ihre Anwältin Naomi Cunningham hatte in der Verhandlung erklärt, „Genderideologie“ innerhalb der RCN habe eine angemessene Vertretung der Krankenschwester verhindert. Peggies Anwaltsteam will das Urteil prüfen und sie zu weiteren rechtlichen Schritten beraten.

Im Dezember 2025 hatte Peggie im Verfahren gegen NHS Fife teilweise Recht bekommen. Laut der offiziellen Zusammenfassung des damaligen Urteils bewertete das Gericht mehrere Handlungen des Arbeitgebers, darunter die Verzögerung der Untersuchung, als Belästigung. Die übrigen Ansprüche gegen NHS Fife und die Klage gegen Upton selbst wurden zurückgewiesen.

Ähnliche Inhalte

Neueste Nachrichten

Zwölf trans Frauen nach Hausdurchsuchungen im türkischen Izmir festgenommen Umfrage in Irland: Fast die Hälfte der Schüler erwartet Mobbing nach einem schwulen, lesbischen oder bisexuellen Coming-out Forscher Giorgio Millesimi berichtet über unterschiedliche Erfahrungen von LGBT-Katholiken in Italien