FreshTunes in Moskau wegen „LGBT-Propaganda“ in Liedern zu 2,5 Millionen Rubel Geldstrafe verurteilt
Das Taganski-Bezirksgericht in Moskau hat den Musikvertrieb FreshTunes am 3. November 2026 zu einer Geldstrafe von 2,5 Millionen Rubel verurteilt. Grundlage war Teil 4 von Artikel 6.21 des russischen Ordnungswidrigkeitengesetzbuchs über „LGBT-Propaganda“ im Internet. Über die Entscheidung von Richterin Alexandra Anochina berichtet Mediazona, dessen Korrespondent die Verhandlung besuchte.
Anlass waren russischsprachige Lieder auf Yandex Music. Mediazona nennt darunter „Proigrali oba“ und „Metastazy“ des russischen Musikers SHIIANOV. Moskau 24 nennt unter Berufung auf TASS auch ein Lied von BLIZDEC. Laut Mediazona wurden die Lieder bereits von der Plattform entfernt.
Ein Vertreter von FreshTunes räumte die Veröffentlichung ein, sprach jedoch von einer „Darstellung“ und nicht von „Propaganda“. Die Verteidigung beantragte, die Verfasser der Stellungnahme und eine Mitarbeiterin von Roskomnadsor zu laden sowie ein Sachverständigengutachten einzuholen. Laut dem Mediazona-Reporter lehnte die Richterin diese Anträge ab.
Der Vertreter erklärte außerdem vor Gericht, dass das Unternehmen eine Stelle für eine Fachkraft ausgeschrieben habe, die Musikstücke anhören und ihre Vereinbarkeit mit russischem Recht prüfen soll.
FreshTunes hilft unabhängigen Musikern und Labels, ihre Musik auf Streamingdiensten zu veröffentlichen. Die offizielle Hilfe von Yandex Music führt das Unternehmen als Partnervertrieb für Künstler auf.


