Republikanischer US-Fonds bestreitet Verbindung zu Nachrichten über transgeschlechtliche Jugendliche
Am 29. Oktober 2026 berichtete The Texas Tribune, dass in gerichtlich offengelegten Aussagen des Nachrichtendienstleisters Infobip der Name des politischen Komitees Republican Women’s Caucus Fund unter Kunden auftaucht, die mit SMS über Angebote für transgeschlechtliche Jugendliche an Einwohner des US-Bundesstaats Texas verbunden sind. Der Fonds bestritt eine Beteiligung an den Nachrichten und einer ähnlichen Briefkampagne. Er habe sie weder genehmigt noch finanziert oder koordiniert.
Am 1. November veröffentlichte der Houston Chronicle ein erneutes Dementi des Fondsanwalts Steve Roberts. Ihm zufolge sei unklar, warum der Dienstleister eine Telefonnummer der Organisation mit den Aktivitäten verknüpft habe. Mimi Marziani, Anwältin der Menschenrechtsorganisation Transgender Education Network of Texas (TENT), sagte der Zeitung, der letztliche Organisator der Nachrichten sei weiterhin unbekannt.
Die seit dem 12. Oktober in Texas eingegangenen SMS verlinkten die Website von TENT und boten Informationen über Schultoiletten und medizinische Versorgung für transgeschlechtliche Jugendliche an. TENT erklärt, die Nachrichten weder beauftragt noch versendet zu haben, und berichtete von Drohungen. Infobip teilte CBS Texas mit, es habe die Texte nicht erstellt, sondern lediglich Kundennachrichten übertragen.
Ab dem 17. Oktober wurden getrennt davon gedruckte Briefe im Namen von Texas Transgender Student Union LLC (TTSU) verteilt, einem in Wyoming registrierten Unternehmen. Auch sie erwähnten TENT, das eine Verbindung zum Absender bestreitet.
TENT wandte sich an ein Gericht, um die Absender zu ermitteln. Wie der Radiosender KUT berichtete, lehnte TTSU-Anwalt Chris Hilton die Offenlegung seiner Mandanten ab und berief sich auf die Meinungsfreiheit nach dem ersten Zusatzartikel der US-Verfassung sowie mögliche Schäden durch die Veröffentlichung ihrer Namen. TENT meint, sein Name sei ohne Zustimmung benutzt worden, was Drohungen und Störungen der Arbeit ausgelöst habe. Die Organisation vermutet zudem den Versuch, Wähler vor der Wahl zu provozieren.
Am 30. Oktober stoppte der Oberste Gerichtshof von Texas vorläufig die Vernehmung eines TTSU-Vertreters, die zur Aufklärung der Briefkampagne beitragen sollte. Die offizielle Beschlussliste zum Verfahren Nr. 26-1246 hält fest, dass die Anträge des Unternehmens noch anhängig sind.
Der Republican Women’s Caucus Fund ist ein politisches Komitee, das im März 2025 bei der US-Bundeswahlkommission registriert wurde. Auf seiner Website nennt es die Unterstützung republikanischer Mandatsträgerinnen als Aufgabe.


