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Taiwans Verluste durch LGBT-Diskriminierung auf jährlich 1,2–3,4 Milliarden Dollar geschätzt

Die internationale Wirtschaftskoalition Open for Business veröffentlichte am 28. Oktober 2026 einen Bericht zur wirtschaftlichen Lage von LGBT-Menschen in Taiwan. Die Autoren schätzen die jährliche wirtschaftliche Belastung durch Diskriminierung und gesellschaftlichen sowie beruflichen Ausschluss auf 39,02–107,05 Milliarden Neue Taiwan-Dollar, etwa 1,23–3,38 Milliarden US-Dollar oder 0,14–0,38% des taiwanischen BIP von 2025.

Die Rechnung umfasst drei Komponenten: 19,41–58,23 Milliarden Taiwan-Dollar zusätzliche Belastung im Zusammenhang mit Stigmatisierung, Depression und HIV/AIDS; 17,26–36,99 Milliarden entgangenen Verdienst durch die Lohnlücke; und 2,34–11,83 Milliarden durch die überproportionale Vertretung von LGBT-Menschen in atypischer Beschäftigung.

Es handelt sich um eine Modellschätzung auf Grundlage von Forschung und Statistik, nicht um eine Summe unmittelbar erfasster Verluste. Der Methodenanhang verweist auf eine fehlende gewichtete Stichprobe der LGBT-Bevölkerung Taiwans zum direkten Vergleich mit der Gesamtbevölkerung. Lohnlücke und Verteilung der Beschäftigungsformen werden als getrennte Verlustquellen behandelt – eine wesentliche Modellannahme.

Der Bericht verknüpft die Situation von LGBT-Beschäftigten mit der Personalbindung. In der zitierten Onlinebefragung von 2023 mit 1.307 gültigen Antworten sagten 64% der Teilnehmenden, die Haltung ihres Unternehmens zu Geschlecht und Sexualität beeinflusse ihre Entscheidung zu bleiben oder zu gehen.

Open for Business vereint internationale Unternehmen und untersucht wirtschaftliche Aspekte der Lage von LGBT-Menschen. Uránia berichtete bereits über den ähnlichen Japan-Bericht.

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