Prozess um Entführung eines über die Gay-App Grindr angelockten Studenten in Südafrika erneut vertagt
Am 27. Oktober 2026 wurde in Johannesburg in Südafrika der Prozess gegen sieben Männer erneut vertagt. Ihnen wird vorgeworfen, einen Studenten entführt zu haben, der laut Ermittlern über die Gay-Dating-App Grindr zu einem Treffen gelockt wurde. Wie MambaOnline am 28. Oktober berichtete, soll das Verfahren vor dem Magistratsgericht am 27. Januar 2027 weitergehen.
Dem Bericht zufolge soll der Anwalt eines Angeklagten Zeit erhalten, die Protokolle früherer Verhandlungen durchzuarbeiten. Bereits im September war das Verfahren nach einem Verteidigerwechsel vertagt worden. Die sieben Männer sind wegen Entführung, Erpressung, versuchten Mordes und Diebstahls angeklagt; der Prozess läuft weiter.
Das Verfahren betrifft Ereignisse vom September 2023. Laut Anklage wurde der Student der Witwatersrand-Universität in das Wohnheim Denver Hostel gebracht, gefesselt und geschlagen, während von seiner Familie Lösegeld verlangt wurde. Eine Regierungsmitteilung vom 10. November 2023 bestätigte, dass die Polizei bei einem Einsatz gegen eine Gruppe, die LGBT-Nutzer einer Dating-App ins Visier nahm, einen 18-jährigen Studenten befreite und sieben Verdächtige festnahm.
Die Verteidigung hat einzelne Beweise angefochten. Wie The Citizen am 7. Mai 2026 schrieb, verlangten die Anwälte unter Verweis auf mögliche Verfahrensfehler, die Ergebnisse einer Gegenüberstellung auszuschließen. Die als Zeugen vernommenen Polizisten erklärten, die geltenden Vorschriften eingehalten zu haben.
Die Organisation Parents, Families & Friends of South African Queers (PFSAQ), die Angehörige von LGBT-Menschen unterstützt und deren Vertreter bei der Oktoberverhandlung anwesend waren, verwies auf die emotionale Belastung wiederholter Vertagungen für den Betroffenen und seine Familie. In einer von MambaOnline zitierten Erklärung forderte sie ein zügiges Verfahren und betonte zugleich die Achtung rechtsstaatlicher Verfahrensgarantien.


