Israels LGBT-Verband warnt vor dem Risiko neuer Einschränkungen

Am 22. Oktober 2026 berichtete das israelische Portal Mako über einen Bericht des LGBT-Verbands Aguda zur Arbeit der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Der Verband warnt, dass nicht verabschiedete Gesetzentwürfe zur Einschränkung von LGBT-Rechten als Grundlage neuer Vorhaben im nächsten Parlament dienen könnten.
Der Bericht umfasst Januar 2023 bis Oktober 2026. Demnach wurde die Finanzierung der staatlichen LGBT-Abteilung 2024 von geplanten 38 Millionen Schekel auf rund 24 Millionen gekürzt. Im Juli 2025 endete der Vertrag des Ministeriums für soziale Gleichstellung mit Aguda selbst über Angebote für arabische LGBT-Menschen, Menschen ab 50 und Menschen mit Behinderungen.
Zu den untersuchten Vorhaben gehört der Vorschlag des Abgeordneten Avi Maoz, Unterricht und Aktivitäten zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität in den Klassen 1–8 zu untersagen. Ab Klasse 9 wären die Zustimmung von 75 % der Eltern, die Genehmigung der Schulleitung und das Einverständnis des Schülers erforderlich. Laut Bericht begründet der Verfasser den Entwurf mit dem Schutz der Elternrechte und der Interessen der Kinder.
Ein weiterer Entwurf von Maoz und der Abgeordneten Limor Son Har-Melech sieht Geschlechtseinträge in amtlichen Dokumenten ausschließlich nach biologischen Kriterien vor. Nach Einschätzung des Verbands würde dies trans Menschen daran hindern, ihren Eintrag zu ändern. Beide Entwürfe werden im Bericht als eingebracht, aber nicht verabschiedet geführt.
Zugleich nennen die Autoren drei verabschiedete Änderungen, die Rechte erweiterten: Zwei betreffen gleichgeschlechtliche Partner gefallener Soldaten sowie entführter und vermisster Personen, die dritte das Verbot der Diskriminierung von Studierenden aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität.
In einem früheren Finanzierungsstreit verwies das Ministerium auf geringe Mittelausschöpfung und Verzögerungen bei der Mittelzuweisung durch das Finanzministerium. Diese Position veröffentlichte Israel Hayom am 10. September 2025. Zum neuen Bericht habe das Ministerium keinen Kommentar abgegeben, schreibt Ynet.
Aguda ist eine 1975 gegründete gemeinnützige Organisation. Uránia berichtete bereits, dass nach der Wahl vom 27. Oktober drei offen schwule Politiker in die neue Knesset einziehen sollen.


