Brasiliens Senator Flávio Bolsonaro warb um die Unterstützung von LGBT-Wählern

Der brasilianische Senator Flávio Bolsonaro von der Liberalen Partei (PL) hat am 21. Oktober 2026 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Fortaleza um Unterstützung von LGBT-Wählern geworben. Fortaleza ist die Hauptstadt des nordöstlichen Bundesstaates Ceará. Laut Revista Oeste sprach er beim Bloco do 22 nahe dem Stadion Castelão, vier Tage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt.
Bolsonaro sagte, Schwule seien Teil Brasiliens und im Fall seines Wahlsiegs bei seiner Regierung willkommen. Wie BNews berichtete, erklärte er zudem, niemand dürfe sich darin einmischen, wie jemand glücklich sein wolle. LGBT-Menschen versprach er dieselben Chancen auf Wohlstand wie anderen Bürgern.
Radio Itatiaia schilderte den wirtschaftlichen Teil der Rede: Der Kandidat versprach, die Kaufkraft wiederherzustellen und Arbeitsplätze zu schaffen. Nach Angaben von Oeste wies er außerdem Behauptungen zurück, er wolle Bolsa Família abschaffen, ein Geldleistungsprogramm für einkommensschwache Familien.
Eine Reportage der Nachrichtenagentur CEUB vom 25. Oktober zeigte eine andere Sicht auf einen möglichen Wahlsieg. Der brasilianische Physiotherapeut Gustavo Liminari, ein 25-jähriger schwuler Mann, befürchtete einen schrittweisen Verlust von LGBT-Rechten. Sein Partner, der 26-jährige Kreativdirektor Henrique Lopes, äußerte die Sorge, ein Sieg Bolsonaros könne als Erlaubnis zu Gewalt verstanden werden. Dies waren Befürchtungen der Interviewten.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels war die Wahl bereits entschieden. Laut den amtlichen Ergebnissen des Obersten Wahlgerichts erhielt Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva von der Arbeiterpartei (PT) am 25. Oktober 51,79 % der gültigen Stimmen, Bolsonaro 48,21 %. Lula wurde wiedergewählt.
Uránia berichtete zuvor über unterschiedliche Positionen von LGBT-Kandidaten der brasilianischen Mitte und Rechten: Vor der Stichwahl unterstützten einige Bolsonaro, andere Lula, manche waren unentschlossen. Ihre Positionen ließen sich nicht auf eine einheitliche Wahlentscheidung nach sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität reduzieren.


