Serbiens amtierende Präsidentin Ana Brnabić kündigt nach der Wahl entschlossene Opposition an

Ana Brnabić, Serbiens amtierende Präsidentin und stellvertretende Vorsitzende des Hauptvorstands der Serbischen Fortschrittspartei (SNS), erklärte am 26. Oktober 2026, die Partei werde nach dem Wahlsieg der Studentenliste eine entschlossene Opposition im Parlament sein. Über ihren Auftritt beim Fernsehsender Informer berichtete RTV unter Berufung auf Tanjug.
Brnabić sagte, die SNS werde sich nicht aus dem politischen Kampf zurückziehen, Serbiens Interessen an erste Stelle setzen und ihre Ziele mit demokratischen Mitteln verfolgen. Zudem rechne sie mit einer starken Parlamentsfraktion.
Die vorgezogene Parlamentswahl fand am 25. Oktober statt. Wie Radio Free Europe/Radio Liberty berichtete, räumte der frühere serbische Präsident Aleksandar Vučić nach Schließung der Wahllokale seine Niederlage ein. Die Studentenliste ging aus einer Protestbewegung hervor, die sich fast zwei Jahre gegen seine Herrschaft gestellt hatte.
Im ausführlicheren Bericht über das Interview gibt Tanjug Brnabićs Prognose wieder, die neue Führung werde Sanktionen gegen Russland verhängen. Das ist ihre Einschätzung: Laut Meduzas Analyse kündigte die Studentenliste in ihrem außenpolitischen Wahlprogramm dagegen an, an der Ablehnung von Sanktionen festzuhalten.
Am 30. Oktober forderte Brnabić die Wahlsieger zur raschen Bildung der neuen Staatsorgane auf. Die Präsidentschaftswahl müsse bis zum 27. November angesetzt und bis zum 27. Dezember abgehalten werden, sagte sie. Bei einer schnellen Bildung der neuen Institutionen könne jemand anderes das Präsidentenamt vorübergehend übernehmen.
2017 wurde Brnabić die erste Frau und erste offen lesbische Politikerin an der Spitze der serbischen Regierung. Über ihre Wahl zur Ministerpräsidentin am 29. Juni jenes Jahres berichtete Radio Free Europe/Radio Liberty.
Uránia berichtete bereits darüber, wie Brnabić nach Vučićs Rücktritt die Amtsgeschäfte der Präsidentin übernahm. Ihre jetzigen Aussagen betreffen die Rolle ihrer Partei nach der Parlamentswahl.


