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Forscherin berichtet über Sperren von LGBT-Konten in der Türkei auf Behördenanordnung

Die Forscherin Helin Unal von der US-amerikanischen Foundation for Defense of Democracies schrieb am 23. Oktober 2026 im Cipher Brief, soziale Plattformen setzten türkische Sperranordnungen auch gegen Konten von LGBT-Organisationen um. 76Crimes veröffentlichte ihren Beitrag am 27. Oktober erneut.

Laut einer gemeinsamen Erklärung von Human Rights Watch und weiteren Organisationen dokumentierte die türkische Vereinigung für Meinungsfreiheit allein im September behördliche und gerichtliche Sperranordnungen für mindestens 1.270 X-Konten. Die Gruppen schätzen, dass X den Zugang zu mindestens 90 % davon innerhalb der Türkei beschränkte. Die Gesamtzahl umfasst nicht nur LGBT-Konten.

Zu den Betroffenen zählen sie die LGBT-Organisation Kaos GL, Journalisten und Medien; auch Konten einiger Organisationen auf Instagram und Facebook seien eingeschränkt worden. Die Anordnung gegen die Website T24 und deren X-Konto habe sich auf die öffentliche Ordnung berufen und behauptet, die Berichte gefährdeten die Familienstruktur.

Unal meint, die Umsetzung solcher Forderungen durch Plattformen beschränke den Informationszugang und fördere Selbstzensur. Menschenrechtsgruppen forderten Unternehmen auf, unbegründete Anordnungen anzufechten und Nutzern Dokumente bereitzustellen. X erklärte im August, eine türkische Gerichtsentscheidung zum Kampagnenkonto des Politikers Ekrem İmamoğlu anzufechten, sie aber umzusetzen, da andernfalls die gesamte Plattform eingeschränkt werden könne, berichtete Associated Press. Die allgemeinen Regeln von X sehen länderspezifische Beschränkungen aufgrund rechtlicher Forderungen oder lokaler Gesetze vor.

Uránia berichtete zuvor über die Unterstützung von Journalistenprotesten gegen Zensur durch eine türkische Kampagne für die Freilassung von LGBT-Aktivisten.

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