US-Senatskandidat Josh Turek lehnt öffentliche Finanzierung geschlechtsangleichender Maßnahmen ab

Im US-Bundesstaat Iowa hat der demokratische Senatskandidat Josh Turek am 24. Oktober 2026 einen Wahlwerbespot veröffentlicht, in dem er sich gegen die Finanzierung geschlechtsangleichender Maßnahmen aus Steuermitteln ausspricht. Wie PinkNews berichtet, bekräftigte der derzeitige Abgeordnete im Repräsentantenhaus von Iowa auch seine Ablehnung der Teilnahme von trans Frauen am Frauensport.
„Ich bin auch dagegen, dass Steuerzahler für Geschlechtsumwandlungen bezahlen“, sagt Turek. Zu Beginn erinnert er an Mobbing, das er als Kind im Rollstuhl erlebt habe, und erklärt, niemand in Iowa dürfe diskriminiert werden. Seine Haltung zum Sport begründet er mit der Notwendigkeit von Regeln. Am Ende fordert er, sich auf die Senkung der Lebenshaltungskosten zu konzentrieren.
In der Fernsehdebatte im Oktober sagte Turek außerdem, dass Sportverbände die Teilnahmebedingungen für Wettkämpfe festlegen sollten, nicht der Staat. Laut einem Bericht des Des Moines Register, den AOL übernommen hat, begründete er dies mit der Notwendigkeit einheitlicher Standards, auch für internationale Wettbewerbe. In derselben Debatte bekräftigte er seine Ablehnung der Teilnahme von trans Frauen am Frauensport.
Die Aussage zur öffentlichen Finanzierung beschränkt sich nicht auf Minderjährige. Laut Iowa Capital Dispatch befürchtet die LGBT-Organisation One Iowa, dass ein solcher Ansatz die Kostenübernahme für die Gesundheitsversorgung erwachsener trans Menschen durch das öffentliche Medicaid-Programm betreffen könnte. Der Spot enthält allerdings weder eine Liste von Behandlungen noch Altersgrenzen oder einen Gesetzentwurf, anhand dessen sich die Folgen genau bestimmen ließen.
One Iowa Action verurteilte den Spot. Die trans Abgeordnete im Parlament von Iowa Aime Wichtendahl sagte, solche Argumente würden Turek keine neuen Wähler bringen. Ein anderer demokratischer Kollege, der Abgeordnete Adam Zabner, unterstützte ihn dagegen: Die gemeinsame Arbeit mit Turek überzeuge ihn davon, dass dieser weiter gegen Diskriminierung kämpfen werde.
Wie LGBTQ Nation berichtet, bezeichnete Tyler Hack, Geschäftsführer des Christopher Street Project, Tureks Position als grausam, wahltaktisch verfehlt und unvereinbar mit der Haltung seiner eigenen Partei. Die Organisation unterstützt Kandidaten, die sich für die Rechte von trans Menschen einsetzen.
Auch Tureks republikanische Gegnerin Ashley Hinson, Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, kritisierte die Werbung. Sie warf ihm vor, konservativer erscheinen zu wollen, als es sein Abstimmungsverhalten im Parlament von Iowa nahelege, unter anderem seine Stimmen gegen Einschränkungen für trans Schulkinder.
Turek hatte sich bereits zuvor zur öffentlichen Finanzierung von Operationen geäußert. Im August berichtete American Journal News, dass er eine solche Finanzierung nicht unterstütze. Seine Ablehnung eines Haushaltsgesetzes von 2025 mit einer Einschränkung der Medicaid-Kostenübernahme begründete er damit, dass das Paket Wartelisten für Hilfsleistungen und den Mangel an medizinischem Personal nicht angehe.
Turek ist zweifacher Paralympics-Sieger im Rollstuhlbasketball. Seine Wahlkampfbiografie verortet den Beginn seiner politischen Laufbahn bei der Wahl zum Parlament von Iowa 2022. Er und Hinson treten bei der für den 3. November angesetzten Wahl zum US-Senat an.
Uránia berichtete bereits über Meinungsverschiedenheiten unter Demokraten im Mittleren Westen zu den Rechten von trans Menschen, darunter die Positionen Tureks und anderer Kandidaten aus Iowa.


