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Universität in der türkischen Hauptstadt diskutiert LGBT-Rechte nach den Festnahmen im September

An der Technischen Universität des Nahen Ostens (ODTÜ) in der türkischen Hauptstadt Ankara fand am 22. Oktober 2026 eine Veranstaltung zur Lage von LGBT-Menschen nach den Festnahmen im September statt. Die studentische Gruppe für Geschlechterforschung organisierte sie unter dem Titel „Meine Familie ist nicht sicher“. Den Bericht veröffentlichte ÜniKuir am 23. Oktober.

Laut Ekmek ve Gül sprachen İrfan Değirmenci, Mitglied des Parteirats der Arbeiterpartei der Türkei (TİP), die Yeni-Parti-Abgeordnete Gökçe Gökçen und die Autorin des Mediums Hilal Kılıç. Thema waren die Operation „Meine Familie ist sicher“ (Ailem Güvende), Zensur und die staatliche Familienpolitik.

Değirmenci sprach über Festnahmen, Kontensperrungen und Beschwerden über die Behandlung von Inhaftierten sowie fehlende Grundbedarfsartikel. Er kritisierte auch gesellschaftlichen Druck, der Menschen seiner Ansicht nach dazu zwingt, ihre Identität zu verbergen.

Gökçen wandte sich dagegen, ausländische Finanzierung von LGBT-Vereinen als Anzeichen einer Straftat darzustellen. Sie sagte, Vorwürfe der „Obszönität“ würden gegen gesetzlich nicht verbotene Tätigkeiten eingesetzt, und forderte die Verbreitung verlässlicher Informationen sowie eine stärkere Zusammenarbeit gesellschaftlicher Gruppen.

Kılıç verknüpfte die Lage von Frauen und LGBT-Menschen mit Arbeits- und Sozialrechten. Ihrer Einschätzung nach spiegelt die Bevölkerungspolitik der Regierung Kapitalinteressen und den Bedarf an billigen Arbeitskräften wider. Sie schlug gemeinsame Anstrengungen mit Beschäftigten und anderen Gruppen vor, die ihre Rechte verteidigen. Dies sind die Einschätzungen der Redner.

Die Behörden hatten die Operation zuvor anders begründet. Laut Bianet nannte der türkische Justizminister Akın Gürlek am 13. September den Schutz von Kindern, Familie und öffentlicher Ordnung als Ziele. Er kündigte auch die Prüfung ausländischer Vereinsfinanzierung an. Dies war eine frühere Erklärung des Ministers, keine Reaktion auf die Universitätsveranstaltung.

Uránia berichtete bereits über die Erklärung der Anwälte des türkischen LGBT-Vereins Kaos GL, dass noch keine Anklageschrift vorbereitet sei. Am 22. Oktober forderte die Verteidigung die Freilassung inhaftierter Vereinsvertreter, Menschenrechtsverteidiger und der Journalistin Tuğba Tekerek.

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