Pride im südkoreanischen Incheon findet mit Zustimmung der Stadt auf dem Rathausplatz statt

Am 17. Oktober 2026 fand auf dem Platz vor dem Rathaus im südkoreanischen Incheon das neunte Queer-Kulturfestival statt. Nach Angaben der Lokalzeitung Joongboo Ilbo nahm die Stadt erstmals die Nutzungsanzeige der Veranstalter an. Im Vorjahr hatte das Festival am selben Ort stattgefunden, allerdings ohne diese Zustimmung.
In ihrem Bericht vom 17. Oktober nannte die Agentur Yonhap unter Berufung auf die Polizei rund 500 Festivalteilnehmer und etwa 800 Menschen bei einer benachbarten Gegenkundgebung, darunter christliche Organisationen. Körperliche Auseinandersetzungen meldete die Agentur nicht. Auch Joongboo Ilbo berichtete von keinen Zusammenstößen, bezifferte die Teilnahme an der Gegenkundgebung jedoch auf etwa 500.
Die Veranstalter hatten die Zustimmung bereits am 30. September bekannt gegeben, wie Chosunbiz berichtete. Die Stadt machte Auflagen zum Schutz der Einrichtungen auf dem Platz, zur Einhaltung der Lärmgrenzen und zur Aufstellung von Zelten auf dem Rasen. Das Organisationskomitee erklärte, die verfassungsrechtliche Versammlungsfreiheit und das Recht auf Gleichheit dürften nicht von willkürlichen Verwaltungskriterien abhängen.
Laut Joongboo Ilbo hatte die Stadt ihre Ablehnung im Vorjahr mit Sorgen um die öffentliche Ordnung und möglichen gesellschaftlichen Konflikten begründet. Die Veranstalter erreichten in erster Instanz die Aufhebung der Ablehnung; die Stadt legte Berufung ein, der Rechtsstreit dauert an. Ein städtischer Vertreter betonte, dass die Zustimmung 2026 keine gleiche Entscheidung im nächsten Jahr garantiere: Die Stadt werde den Ausgang der Berufung berücksichtigen.
Korea Insight berichtete, dass Incheons Dachverband christlicher Organisationen und weitere Festivalgegner bei einer Pressekonferenz am 12. Oktober die Offenlegung der rechtlichen Grundlage der Zustimmung und einheitliche Kriterien unter Berücksichtigung der Sicherheit der Bevölkerung forderten. Sie beriefen sich zudem auf biblische Sexualethik, Familienwerte und die Freiheit, religiöse Überzeugungen zu äußern.
Der Yonhap-Text datiert die Veranstaltung auf den 16. Oktober, obwohl der Bericht am 17. Oktober erschien. Die Reportage von Joongboo Ilbo und ein Vorbericht mit Angaben der Polizei nennen den 17. Oktober.
Titelbild: IRTC1015 / Wikimedia Commons, gemeinfrei (Public Domain). Rathaus von Incheon, 5. März 2015. Archivaufnahme mit Beschnitt verkleinert und in WebP umgewandelt.


