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Niederländischer Politiker Coos Huijsen gestorben – einer der ersten offen schwulen Abgeordneten

Coos Huijsen bei seiner Vereidigung als Abgeordneter am 30. März 1976. Archivfoto: Bert Verhoeff / Anefo / Nationaal Archief, CC0. Verkleinert, WebP.
Coos Huijsen bei seiner Vereidigung als Abgeordneter am 30. März 1976. Archivfoto: Bert Verhoeff / Anefo / Nationaal Archief, CC0. Verkleinert, WebP.

Coos Huijsen, ehemaliger Abgeordneter der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments, ist am 19. Oktober 2026 in Amsterdam im Alter von 87 Jahren gestorben. Nach Angaben von NOS unter Berufung auf seine Familie starb er nach kurzer Krankheit zu Hause im Beisein seines Ehemanns Lank Bos. Das Todesdatum bestätigte auch die Religionsgemeinde Vrijburg, der er angehörte.

Huijsen bekannte sich 1976 öffentlich zu seiner Homosexualität, als er als unabhängiger Abgeordneter ins Parlament zurückkehrte. Das niederländische LGBT-Archiv IHLIA verbindet sein Coming-out mit seiner Vereidigung am 30. März: Bos wurde aus dem Saal verwiesen, nachdem er sich als Partner des Abgeordneten vorgestellt hatte, woraufhin Huijsen beim Parlamentspräsidenten Einspruch erhob. Das Archiv bezeichnet ihn als weltweit ersten Parlamentarier, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte.

Laut seiner Biografie auf Parlement.com zog Huijsen 1972 erstmals für die Christlich-Historische Union (CHU), eine konservative protestantische Partei, ins Parlament ein. Er verließ die Partei 1973 wegen Differenzen über die Unterstützung der Regierung des Sozialdemokraten Joop den Uyl. Von 1976 bis 1977 war er unabhängiger Abgeordneter. Nach seinem Ausscheiden schloss er sich der sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvdA) an, kehrte jedoch nicht mehr ins Parlament zurück.

Er blieb in der Bewegung für die Gleichberechtigung homosexueller Menschen aktiv. Im Jahr 2007 war er Mitgründer von Het Blauwe Fonds, einer privaten Stiftung, die Projekte zur Unterstützung von LGBT-Menschen finanziert. Nach Darstellung der Organisation wollten die Gründer Spenden und Nachlässe für solche Initiativen einsetzen. Huijsen leitete die Stiftung bis 2017.

Außerhalb der Politik arbeitete Huijsen als Geschichtslehrer und leitete von 1986 bis 1998 das Amsterdamer Gerrit van der Veen College. Im Jahr 2012 promovierte er über die Rolle des Hauses Oranien in der niederländischen Gesellschaft. 2016 veröffentlichte er seine Erinnerungen „Homo politicus“ über sein Leben und seine politische Arbeit.

Foto: Bert Verhoeff / Anefo, Nationaal Archief — Wikimedia Commons, CC0 1.0. Coos Huijsen bei seiner Vereidigung am 30. März 1976. Ohne Beschnitt verkleinert und in WebP umgewandelt.

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