Kanadas Premier Mark Carney berichtet über Gespräche seines Teams mit der Türkei zu LGBT-Rechten

Kanadas Premierminister Mark Carney erklärte am 23. Oktober 2026 vor Journalisten in Istanbul, sein Team habe am Vortag bei Gesprächen mit türkischen Behörden LGBT-Rechte angesprochen. Das berichtet Reuters in einem auf Investing.com veröffentlichten Artikel.
Wie ÜniKuir berichtet, betonte Carney, internationale Partnerschaften bedeuteten keine Zustimmung zur Politik einer anderen Regierung. Zusammenarbeit ermögliche es Kanada, seine Positionen und Erwartungen direkt mit den Führungsspitzen anderer Länder zu besprechen. Laut Reuters traf er während des Besuchs keine Vertreter an der Spitze von LGBT- oder Menschenrechtsorganisationen.
Am 22. Oktober traf Carney in Ankara den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. In einer gemeinsamen Erklärung kündigten beide Seiten eine strategische Partnerschaft und einen dreijährigen Aktionsplan an. Dieser umfasst Handel und Investitionen, Energie, Verteidigung und Sicherheit sowie Kontakte zwischen Regierungen und Bevölkerung beider Länder.
Vor den Gesprächen forderten Leiterinnen von Sektionen von Amnesty International Carney am 21. Oktober auf, Menschenrechte ins Zentrum der Beziehungen zur Türkei zu stellen. Er solle sich für ein Ende der Verfolgung von LGBT-Organisationen, die Freilassung wegen der Ausübung ihrer Rechte Inhaftierter und die Aufhebung von Beschränkungen unabhängiger Medien und friedlicher Versammlungen einsetzen, die die Organisation als rechtswidrig ansieht.
Die türkischen Behörden begründen Maßnahmen gegen LGBT-Gruppen mit dem Schutz von Kindern und Familienwerten. Reuters zufolge erklärt Ankara die Justiz für unabhängig und bestreitet eine politische Motivation von Ermittlungen und Gerichtsverfahren.
Uránia berichtete bereits über die Erklärung der Anwälte des türkischen LGBT-Vereins Kaos GL, dass noch keine Anklageschrift vorbereitet sei. Am 22. Oktober forderte die Verteidigung die Freilassung inhaftierter Vereinsvertreter, Menschenrechtsverteidiger und der Journalistin Tuğba Tekerek.
Titelbild: Daina Le Lardic / Europäisches Parlament / Wikimedia Commons, Nutzungsbedingungen des Europäischen Parlaments. Archivfoto aus Straßburg vom 17. September 2026; verkleinert und ohne Zuschnitt in WebP umgewandelt.


