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US-Projekt zur Geschichte gläubiger LGBT-Menschen feiert 25-jähriges Bestehen

Nancy Wilson bei der Abendmahlsfeier in der Gemeinde All God's Children MCC in Minneapolis. Archivaufnahme von 2008. Foto: Jonathunder / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Zugeschnitten und verkleinert.
Nancy Wilson bei der Abendmahlsfeier in der Gemeinde All God's Children MCC in Minneapolis. Archivaufnahme von 2008. Foto: Jonathunder / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Zugeschnitten und verkleinert.

Das US-amerikanische Projekt LGBTQ Religious Archives Network (LGBTQ-RAN), das die Geschichte gläubiger LGBT-Menschen dokumentiert, feierte am 18. Oktober 2026 sein 25-jähriges Bestehen mit der Online-Gala Sacred Rebels — „Heilige Rebellen”. Die Organisation würdigte religiöse Persönlichkeiten, die sich für die Teilhabe von LGBT-Menschen am Gemeindeleben eingesetzt haben, berichtet die Washington Blade.

Das offizielle Programm nennt fünf Hauptgeehrte: Pastor William Johnson, Rabbinerin Sharon Kleinbaum, Pastorin und Theologin Irene Monroe, Chris Paige aus der interreligiösen Seelsorge sowie die frühere Leiterin der Metropolitan Community Churches (MCC), Nancy Wilson.

Johnson wurde 1972 als erster offen schwuler Mensch in der United Church of Christ (UCC) ordiniert, wie seine Biografie im Archiv erläutert. Kleinbaum leitete 32 Jahre lang die auf LGBT-Gläubige ausgerichtete New Yorker Gemeinde Beit Simchat Torah; heute trägt sie den Ehrentitel einer emeritierten leitenden Rabbinerin. Wilson stand von 2005 bis 2016 an der Spitze der MCC.

Gesondert würdigten die Veranstalter drei Vertreter einer jüngeren Generation: Adalphie Johnson, Pastorin der Community Church of Washington, DC; Samuel Ernest, Gründer des Verlags Homodoxy für LGBT-Theologie und -Literatur; und Sapna Pandya, eine gesellschaftlich engagierte Organisatorin, die unter anderem inklusive Hochzeitszeremonien auf Grundlage hinduistischer Rituale leitet.

LGBTQ-RAN entstand 2001 als Projekt des Chicago Theological Seminary. Von 2008 bis 2020 war es am Center for LGBTQ & Gender Studies in Religion in Berkeley angesiedelt. Am 1. Juli 2020 wurde es eine unabhängige gemeinnützige Organisation. Wie das Projekt selbst erklärt, handelt es sich um ein virtuelles Archiv: Es hilft Menschen und Gemeinden, Unterlagen geeigneten Archiven zu übergeben, statt Papierbestände in einem eigenen Gebäude zu sammeln.

Die Website bietet Biografien religiöser Persönlichkeiten, Audiointerviews mit Transkripten, Online-Ausstellungen und einen Katalog von Archivsammlungen mit Angaben zu ihren Aufbewahrungsorten. Diese Angebote beschreibt auch eine Besprechung des digitalen Projekts auf der Plattform der City University of New York (CUNY).

Zudem hat die Organisation einen praktischen Leitfaden zur Archivierung erarbeitet: welche persönlichen Unterlagen aufbewahrt werden sollten, wie digitale Dateien und Inhalte aus sozialen Medien vorbereitet werden, wie man ein Archiv auswählt und was beim Datenschutz zu beachten ist. Er richtet sich an Menschen und Gruppen, die ihre Geschichte der Forschung zugänglich machen möchten.

Nancy Wilson bei der Abendmahlsfeier in der Gemeinde All God’s Children MCC in Minneapolis. Archivaufnahme von 2008. Foto: Jonathunder / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Zugeschnitten und verkleinert.

Uránia berichtete bereits über die Aufnahme des Oral-History-Archivs der HIV-Hilfsorganisation GMHC in die Sondersammlungen der New York Public Library.

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