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Britischer Abgeordneter Richard Fuller warnt nach Treffen mit LGB Alliance vor Ausweitung des Verbots von Konversionstherapien

Der britische Abgeordnete Richard Fuller mit seiner Wählerin Deborah Malone und einer Vertreterin der LGB Alliance im Palace of Westminster. Foto: richardfuller.co.uk
Der britische Abgeordnete Richard Fuller mit seiner Wählerin Deborah Malone und einer Vertreterin der LGB Alliance im Palace of Westminster. Foto: richardfuller.co.uk

Ende September 2026 traf der konservative britische Unterhausabgeordnete Richard Fuller im Palace of Westminster mit seiner Wählerin Deborah Malone und einer Vertreterin der Organisation LGB Alliance zusammen, um über den Regierungsentwurf für ein Gesetz zum Verbot sogenannter Konversionspraktiken zu beraten. Im Anschluss an das Gespräch erklärte der Parlamentarier, das geltende britische Recht biete bereits ausreichenden Schutz vor Missbrauch, während ein neues Spezialgesetz die erhebliche Gefahr berge, Eltern, Lehrkräfte und medizinisches Personal unbeabsichtigt zu kriminalisieren.

Laut einer Mitteilung auf der offiziellen Website von Richard Fuller ging es bei der Unterredung um die Lage von Homosexuellen und Bisexuellen im Vereinigten Königreich sowie um Bedenken gegen den Entwurf des Konversionspraxisgesetzes (Draft Conversion Practices Bill), der derzeit vom Parlament geprüft wird. „Wir waren uns vollkommen einig, dass Praktiken wie die Umpolung von Homosexuellen in einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts keinen Platz haben. Meiner Ansicht nach bietet die aktuelle Rechtslage jedoch bereits den erforderlichen Schutz, und jedes weitere Gesetz birgt erhebliche Risiken unbeabsichtigter Folgen“, betonte Fuller. „Das Prinzip der freien Meinungsäußerung muss gewahrt bleiben: Wir dürfen nicht riskieren, Eltern, Lehrkräfte und medizinisches Fachpersonal zu kriminalisieren, nur weil sie einen Dialog mit Personen führen, die ihre Sexualität oder ihr Geschlecht hinterfragen.“ Fuller kündigte an, den weiteren parlamentarischen Verlauf aufmerksam zu verfolgen.

Der im Sommer 2026 von der Labour-Regierung für England und Wales vorgelegte Gesetzentwurf sieht Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren für Handlungen vor, die darauf abzielen, die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität einer Person zu verändern oder zu unterdrücken. Während Befürworter ein umfassendes Verbot zum Schutz gefährdeter Personen fordern, warnen die LGB Alliance und Elterninitiativen vor vagen Rechtsbegriffen. Diese könnten dazu führen, dass alltägliche Beratungen oder Familiengespräche strafbar werden, wenn Eltern oder Therapeuten die Ansicht äußern, dass ein Jugendlicher mit geschlechtlicher Verunsicherung schlicht homosexuell sein könnte und keine irreversiblen medizinischen Eingriffe benötigt.

Richard Fuller vertritt den Wahlkreis North Bedfordshire im britischen Parlament und war zuvor Vorsitzender der Konservativen Partei sowie parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Die LGB Alliance wurde 2019 im Vereinigten Königreich gegründet, um die Rechte von Lesben, Schwulen und Bisexuellen auf Grundlage des biologischen Geschlechts zu vertreten und eine klare Trennung zwischen sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität aufrechtzuerhalten.

Das Verhältnis von Schutzgesetzen und Meinungsfreiheit sorgt in Großbritannien weiterhin für intensive Debatten. Zuvor berichtete Uránia über die Veröffentlichung des britischen Gesetzentwurfs gegen Konversionstherapien und Bedenken von Bürgerrechtsgruppen, beleuchtete den Auftritt der LGB Alliance auf dem Parteitag der britischen Tories und analysierte vergleichbare Gesetzgebungsverfahren im australischen Tasmanien sowie in der Schweiz.

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