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Leiter des russischen Kurtschatow-Instituts Michail Kowaltschuk bezeichnet westliche LGBT-Förderung als Mittel zur Bevölkerungsreduktion

Michail Kowaltschuk, Präsident des Nationalen Forschungszentrums „Kurtschatow-Institut“. Foto: Pressedienst des Föderationsrates der Russischen Föderation / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
Michail Kowaltschuk, Präsident des Nationalen Forschungszentrums „Kurtschatow-Institut“. Foto: Pressedienst des Föderationsrates der Russischen Föderation / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

Am Freitag, dem 9. Oktober 2026, erklärte der Präsident des russischen Nationalen Forschungszentrums „Kurtschatow-Institut“, Michail Kowaltschuk, die staatliche Unterstützung von LGBT-Rechten in westlichen Ländern diene angeblich der Geburtenkontrolle und einer künstlichen Dezimierung der Weltbevölkerung. Der Physiker äußerte dies in einem Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin Politika, aus dem die staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti zitierte.

Nach Ansicht des 79-jährigen Wissenschaftlers seien neben der nuklearen Abschreckung insbesondere Cyberbedrohungen und Biosicherheit zu den dominierenden globalen Risiken der Menschheit geworden. Kowaltschuk argumentierte, dass die rasante Automatisierung von Arbeitsprozessen und der Einsatz künstlicher Intelligenz zahlreiche Berufe verdrängen würden, weshalb die Menschheit in der bisherigen Größenordnung „für die weitere globale Entwicklung nicht mehr benötigt werde“. Laut dem Institutsleiter habe der Westen „gezielt ein System zur Bevölkerungsreduktion in Gang gesetzt“, dessen erstes Instrument die Förderung gleichgeschlechtlicher Beziehungen sei, „damit es keinen Nachwuchs gibt“.

Im selben Interview behauptete der Wissenschaftler, westliche Eliten benötigten zugleich eine besondere Kategorie von Arbeitskräften — sogenannte „Dienstmenschen“ —, die sich durch ein „eingeschränktes Bewusstsein und kontrollierte Fortpflanzung“ auszeichnen und eng begrenzte Hilfsfunktionen erfüllen sollten. Seinen Worten zufolge gebe es solche Bestrebungen seit langem, und man sei darin „bereits erfolgreich gewesen“. Fortschritte der modernen Genetik brachte er nicht nur mit personalisierter Medizin, sondern auch mit der Entwicklung biologischer Waffen und der Züchtung willenloser Bevölkerungsgruppen in Verbindung.

Michail Kowaltschuk ist Fachmann für Röntgenkristallographie und korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2005 steht er an der Spitze des Kurtschatow-Instituts, einer der bedeutendsten staatlichen Forschungseinrichtungen für Kernphysik und interdisziplinäre Naturwissenschaften in Russland. In russischen wie internationalen Medien gilt er als einflussreicher Akteur der staatlichen Wissenschaftspolitik mit engem Zugang zur Führungsspitze im Kreml. Bereits in der Vergangenheit vertrat Kowaltschuk ähnliche Thesen: Im September 2015 warnte er in einer Rede vor dem Föderationsrat vor der künstlichen Schaffung einer „Unterart von Dienstmenschen“ durch die Schwächung traditioneller Familienstrukturen und die Propagierung von LGBT-Werten. Wissenschaftler und Demografen haben derartige Behauptungen wiederholt als haltlose Verschwörungserzählungen zurückgewiesen und darauf hingewiesen, dass Geburtenrückgänge und Minderheitenrechte in entwickelten Staaten auf Urbanisierung, Lebensstandards und bürgerliche Freiheiten zurückzuführen sind, nicht auf gesteuerte Entvölkerungsstrategien.

Demografische Argumentationsmuster und Kritik an westlichen Gesellschaftsentwürfen werden von russischen und verbündeten Regierungsvertretern regelmäßig herangezogen, um rechtliche Restriktionen gegen sexuelle Minderheiten zu rechtfertigen. Zuvor hatte Urania über Äußerungen des Generalstaatsanwalts von Belarus berichtet, der LGBT- und Childfree-Themen als Bedrohung für die demografische Sicherheit einstufte, sowie die Rechtspraxis im Rahmen des russischen Gesetzes gegen „LGBT-Propaganda“ und Gerichtsurteile zum endgültigen Verbot von Bürgerrechtsorganisationen in Russland analysiert.

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