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Russischer Queer-Blogger Hilmi Forks nach dreijähriger Haftstrafe wegen Pornografie freigelassen

Der russische Blogger Hilmi Forks mit seiner Entlassungsurkunde vor der regionalen Dienststelle des Föderalen Strafvollzugsdienstes (UFSIN) des Gebiets Wolgograd. Foto: Soziale Medien des Bloggers
Der russische Blogger Hilmi Forks mit seiner Entlassungsurkunde vor der regionalen Dienststelle des Föderalen Strafvollzugsdienstes (UFSIN) des Gebiets Wolgograd. Foto: Soziale Medien des Bloggers

Am 8. Oktober 2026 wurde der 32-jährige russische Queer-Blogger Hilmi Forks (bürgerlich Chilmi Olejnik) nach vollständiger Verbüßung seiner dreijährigen Haftstrafe aus der Strafkolonie des allgemeinen Regimes Nr. 12 in der Stadt Wolschski im Gebiet Wolgograd entlassen. Seine Freilassung gab der Blogger selbst auf seinem Telegram-Kanal bekannt, begleitet von einem Foto mit seiner Entlassungsbescheinigung vor der Dienststelle des regionalen Föderalen Strafvollzugsdienstes (UFSIN). „Nun bin ich nach drei Jahren wieder auf freiem Fuß. Hallo an alle, die gewartet, mich vermisst und mitgefiebert haben. Jetzt bin ich wieder bei euch“, schrieb Olejnik.

Im Dezember 2023 hatte das Simonowski-Bezirksgericht in Moskau den Blogger gemäß Punkt „b“ des Teils 3 von Artikel 242 des russischen Strafgesetzbuches (illegale Herstellung und Verbreitung pornografischer Materialien im Internet) zu drei Jahren Koloniehaft verurteilt. Er wurde noch im Gerichtssaal in Gewahrsam genommen. Auslöser des Strafverfahrens waren Eingaben der kremlnahen Organisation „Liga für ein sicheres Internet“ unter Leitung von Jekaterina Misulina sowie der Staatsduma-Abgeordneten Jana Lantratowa, die auf explizite erotische Inhalte auf dem Telegram-Kanal des Bloggers hingewiesen hatten. Im Jahr 2024 wies das Moskauer Stadtgericht die Berufung der Verteidigung ab und bestätigte das Urteil.

Olejnik verbüßte seine Strafe in der Männerstrafkolonie IK-12 in Wolschski. Im Sommer 2026 lehnte das dortige Stadtgericht zwei Anträge des Verurteilten auf vorzeitige Entlassung auf Bewährung ab, da „das Ziel der Besserung des Verurteilten noch nicht erreicht“ sei. Anfang Oktober 2026 äußerte sich die regionale Gefängnisverwaltung zudem zu einer Prüfung von Videoclips, die Olejnik 2025 mit einem eingeschmuggelten Mobiltelefon in der Haft aufgenommen hatte; das Gerät sei damals beschlagnahmt und der Insasse disziplinarisch belangt worden. Unter Anrechnung der Untersuchungshaftzeiten gemäß Artikel 72 des russischen Strafgesetzbuches endete die Haft regulär im Oktober 2026.

Chilmi Olejnik wurde 1994 in Krasnodar geboren und wuchs in einem Waisenhaus auf. Bekanntheit erlangte er Anfang der 2020er-Jahre auf TikTok und YouTube durch provokante Trash-Streams, schrille Inszenierungen sowie Videos in Frauenkleidern und starkem Make-up, häufig im Zusammenspiel mit der Bloggerin Dascha Korejka. Während russische Staatsmedien und konservative Akteure ihn oft als „Transgender-Blogger“ bezeichneten, erklärte Olejnik in Interviews, sich nicht als trans Frau zu identifizieren und keine medizinische Transition anzustreben, sondern das Auftreten als bewusstes Bühnenbild und queeren Selbstausdruck zu verstehen. Seine öffentliche Präsenz führte wiederholt zu Anfeindungen durch radikale Konservative, Handgreiflichkeiten im öffentlichen Raum und Festnahmen vor seiner Verurteilung.

„Uránia“ berichtet fortlaufend über straf- und verwaltungsrechtliche Verfahren gegen die LGBT+-Gemeinschaft und Medienschaffende in Russland. Zuvor thematisierte die Redaktion die ersten Urteile nach dem gerichtlichen Verbot der sogenannten „LGBT-Bewegung“ — darunter den Fall der Betreiberin des queeren Clubs „Jackson“ in Tschita und das Verfahren gegen den Mediziner Ilja Schurawljow — sowie Verfahren nach dem „LGBT-Propaganda“-Gesetz gegen den Journalisten Karen Schainjan und die Festnahme des Moskauer Kandidaten Daniil Neonow.

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