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US-Fernsehevangelist Jim Bakker mit 86 Jahren gestorben: Karriere von Vorwürfen gleichgeschlechtlicher Affären begleitet

Der US-amerikanische Fernsehevangelist Jim Bakker im Studio der Fernsehsendung The PTL Club im Jahr 1975. Foto: The Charlotte News / Wikimedia Commons (Public Domain)
Der US-amerikanische Fernsehevangelist Jim Bakker im Studio der Fernsehsendung The PTL Club im Jahr 1975. Foto: The Charlotte News / Wikimedia Commons (Public Domain)

Am Montagabend, dem 5. Oktober 2026, ist der US-amerikanische christliche Fernsehevangelist Jim Bakker im Alter von 86 Jahren verstorben. Er galt als Begründer des einst einflussreichen PTL-Mediennetzwerks. Das Ableben des Predigers wurde von seiner zweiten Ehefrau Lori Bakker in den sozialen Netzwerken bekannt gegeben; eine genaue Todesursache teilte die Familie nicht mit.

Wie das US-amerikanische Portal LGBTQ Nation berichtet, rückt Bakkers Tod eine widersprüchliche Biografie in den Blickpunkt, in der konservative Heilslehre, Wirtschaftskriminalität und wiederholte Gerüchte über homosexuelle Beziehungen eng miteinander verknüpft waren. In den 1970er und 1980er Jahren baute Bakker gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Tammy Faye Bakker das PTL-Sendernetz (Praise The Lord — „Preiset den Herrn“) und den christlichen Vergnügungspark Heritage USA zu einem millionenschweren Unterhaltungskonzern aus. Während Jim an einer strengen Glaubensauslegung festhielt, erlangte Tammy Faye später in der queeren Gemeinschaft großes Ansehen durch ihr frühes Eintreten für HIV/Aids-Betroffene (unter anderem in einem viel beachteten Live-Interview mit dem schwulen Pastor Steve Pieters im Jahr 1985) und ihre Unterstützung für LGBT+-Rechte.

Das Medienreich zerbrach 1987, nachdem Vorwürfe eines sexuellen Übergriffs auf die frühere Kirchensekretärin Jessica Hahn und beträchtliche Schweigegeldzahlungen öffentlich wurden. Nachdem Bakker die Leitung vorübergehend an den fundamentalistischen Baptistenprediger Jerry Falwell übergeben hatte, versuchte er zurückzukehren. Falwell erklärte ihn jedoch öffentlich für ungeeignet und beschuldigte ihn, heimlich homosexuell zu sein.

In den anschließenden bundesweiten Ermittlungen gingen Ermittler auch dem Verdacht nach, ob Spendengelder verwendet wurden, um gleichgeschlechtliche Affären Bakkers zu finanzieren oder zu vertuschen. Sowohl der ehemalige PTL-Kreativdirektor Jay Babcock als auch der Fernsehevangelist John Wesley Fletcher behaupteten öffentlich, sexuelle Beziehungen mit Bakker gehabt zu haben; Fletcher bezeichnete Bakker im Magazin Penthouse als bisexuell und sprach von wiederholten Kontakten. Bakker wies die Vorwürfe unter Eid zurück: „Ich erkläre vor Gott, dass ich niemals mit irgendjemandem homosexuellen Sex hatte.“

1989 wurde Bakker wegen 24 Betrugs- und Verschwörungsdelikten zu 45 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach erfolgreicher Berufung wurde die Strafe reduziert, und 1994 kam er nach fast fünf Jahren Haft auf Bewährung frei. Anfang der 2000er Jahre nahm er mit The Jim Bakker Show aus Missouri erneut das Sendegeschäft auf und widmete sich Endzeitprophezeiungen und dem Verkauf von Notfall- und Überlebensausrüstung. Während der Corona-Pandemie geriet er wegen des Verkaufs einer nicht zugelassenen Silberlösung als vermeintlichem Heilmittel erneut juristisch unter Druck. Bakker hinterlässt seine Frau Lori, zwei Kinder aus erster Ehe sowie fünf Adoptivkinder. Sein Sohn Jay Bakker arbeitet heute als Pastor und setzt sich öffentlich für die Inklusion von LGBTQ+-Personen und die Ehe für alle ein.

Das Spannungsverhältnis zwischen pastoralem Dienst, christlicher Morallehre und sexuellen Minderheiten sorgt in den USA weiterhin für Debatten. Zuvor berichtete Urania über den Aufruf der Organisation The Center for Faith an traditionelle Gemeinden zur Unterstützung queerer Gläubiger, über Auseinandersetzungen im katholischen Bistum Syracuse um den Seelsorgedienst Courage International sowie über theologische Kontroversen nach einer Predigt über geschlechtliche Identität in der Episkopalkirche in New York.

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