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Mindestens 32 offen queere Politiker bei den Parlamentswahlen in Brasilien gewählt

Plenarsaal der Abgeordnetenkammer des Nationalkongresses von Brasilien in Brasília. Foto: Boaventuravinicius / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Plenarsaal der Abgeordnetenkammer des Nationalkongresses von Brasilien in Brasília. Foto: Boaventuravinicius / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Am 4. Oktober 2026 wurden bei den brasilianischen Gesamtwahlen mindestens 32 offen als LGBT identifizierte Kandidatinnen und Kandidaten in die Bundes- und Bundesstaatslegislativen des Landes gewählt. Nach Erhebungen der brasilianischen Fachplattform Agência Diadorim , die eine Datenbank der Bürgerorganisation VoteLGBT mit den amtlichen Auszählungsergebnissen des Obersten Wahlgerichts (TSE) abglich, zogen 13 Abgeordnete in die föderale Abgeordnetenkammer des Nationalkongresses ein, 18 in die gesetzgebenden Versammlungen der Bundesstaaten und eine Person in das Parlament des Bundesdistrikts.

Damit hat sich die offene LGBT-Präsenz im Unterhaus des Nationalparlaments mehr als verdreifacht: Bei der Wahl 2022 waren lediglich vier solcher Mandate in der Abgeordnetenkammer vergeben worden, bei landesweit insgesamt 18 gewählten Personen (einschließlich der Wiederwahl der Gouverneurin von Rio Grande do Norte, Fátima Bezerra). Alle vier amtierenden Abgeordneten verteidigten ihre Sitze erfolgreich für eine weitere vierjährige Amtszeit: Dandara Tonantzin (Arbeiterpartei, Minas Gerais), Daiana Santos (Kommunistische Partei Brasiliens, Rio Grande do Sul) sowie die Transfrauen Erika Hilton (Partei Sozialismus und Freiheit, São Paulo) und Duda Salabert (Partei Sozialismus und Freiheit, Minas Gerais).

Hinzu kommen neun neu gewählte Bundesabgeordnete. Darunter befinden sich die frühere Ministerin für ethnische Gleichstellung Anielle Franco (Arbeiterpartei, Rio de Janeiro), die Stadträtin aus Natal Thabatta Pimenta (Grüne Partei, Rio Grande do Norte) als erste Trans-Bundesabgeordnete aus dem Nordosten Brasiliens, der Gewerkschaftsinitiator Rick Azevedo (Partei Sozialismus und Freiheit, Rio de Janeiro), die Bundesstaatsabgeordneten Bella Gonçalves (Minas Gerais), Guilherme Cortez (São Paulo) und Rosa Amorim (Pernambuco), der Hauptstadtabgeordnete Fábio Felix (Bundesdistrikt), die Kommunalpolitikerin Giovana Mondardo aus Criciúma (Santa Catarina) sowie die frühere Leiterin der Nationalen Kunststiftung Maria Marighella (Bahia).

Die Erhebung von Diadorim stützt sich auf freiwillige Selbstauskünfte von Bewerbern im Rahmen der Erfassung durch VoteLGBT; das endgültige Gesamtergebnis kann sich während der formellen Mandatsprüfung noch geringfügig ändern. Die große Mehrheit der Gewählten trat für linke und mitte-links orientierte Gruppierungen aus dem Umfeld von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva an, wenngleich auf Bundesstaatsebene eine breite geografische Streuung verzeichnet wurde. Bei der Präsidentschaftswahl erreichte kein Kandidat die absolute Mehrheit, sodass Amtsinhaber Lula und der konservative Senator Flávio Bolsonaro am 25. Oktober in eine Stichwahl gehen.

Agência Diadorim ist eine 2021 gegründete unabhängige brasilianische Medien- und Forschungsagentur, die auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Menschenrechte und Wahlbeobachtung im Land spezialisiert ist. Während Wahlkämpfen betreibt sie systematische Informationsportale zu Programmen und Auszählungsergebnissen.

Zuvor berichtete Urania über die Teilnahme von über 500 queeren Kandidaten an den Wahlen 2026 in Brasilien , die Wahl dreier Transfrauen in den brasilianischen Nationalkongress sowie die Kandidatur der konservativen Trans-Bewerberin Sophia Barclay für die rechtsgerichtete Liberale Partei .

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