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Christliche Organisation The Center for Faith ruft traditionelle Kirchen zur Begleitung von LGBT-Gläubigen auf

Ende September 2026 hat die christliche Bildungsorganisation The Center for Faith, Sexuality & Gender in den Vereinigten Staaten ein offenes Online-Seminar veranstaltet und Lehrmaterialien veröffentlicht, die sich dem Aufbau offener und geschützter Gemeinschaften für LGBT-Gläubige und Menschen mit gleichgeschlechtlicher Anziehung in Kirchen mit traditioneller biblischer Sexualethik widmen. Hauptreferent der Veranstaltung war der US-Pastor Tony Scarcello, Autor eines bei InterVarsity Press erschienenen Praxisleitfadens über den seelsorglichen Umgang konservativer Gemeinden mit sexuellen Minderheiten.

Aus den Materialien der Ressourcenbibliothek von The Center for Faith geht hervor, dass das Webinar mit dem Titel „Building Life-Giving Churches for LGBTQ+/SSA People“ Teil einer Schulungsreihe für Geistliche, Gemeindeleiter und Eltern ist. Scarcello, der als Pastor für Jüngerschaft an der Red Hills Church in Oregon tätig ist und offen über seine eigene gleichgeschlechtliche Anziehung spricht, betonte, dass traditionelle Gemeinden die historische Theologie der Ehe keineswegs aufgeben müssen, um Isolation und Vorbehalte gegenüber LGBT-Menschen zu überwinden. Seinen Ausführungen zufolge muss die theologische Treue jedoch mit der Anerkennung der Gottebenbildlichkeit jedes Menschen einhergehen und die feindselige Rhetorik gesellschaftlicher Kulturkämpfe überwinden.

In seinem Vortrag verwies der Pastor auf weit verbreitete Fehlhaltungen christlicher Gemeinschaften, die Betroffene häufig in die Einsamkeit gedrängt oder schädlichen sogenannten Konversionstherapien ausgesetzt haben. Unter Verweis auf sein Buch „Love All Our Neighbors“ legte Scarcello dar, dass das Festhalten an der Ehe zwischen Mann und Frau der vollen Teilhabe von LGBT-Christen am Gemeindeleben im Rahmen eheloser Enthaltsamkeit nicht entgegensteht. Zuvor hatte das Zentrum unter Leitung des Theologen Dr. Preston Sprinkle das Grundsatzpapier „Is Same-Sex Attraction a Sin?“ publiziert, in dem die Autoren zwischen unwillkürlicher Anziehung und schuldhaftem Handeln unterschieden und darlegten, dass das bloße Erleben gleichgeschlechtlicher Empfindungen vor Gott keine moralisch anrechenbare Sünde darstellt.

The Center for Faith, Sexuality & Gender wurde 2017 von dem Theologen Dr. Preston Sprinkle gegründet, um Gemeindeverantwortliche und Familien im Dialog über Glaube, Sexualität und Geschlecht im Rahmen der biblisch-historischen Lehre zu unterstützen. Die Organisation vertritt den sogenannten „Side B“-Ansatz, der traditionelle Eheethik und Ehelosigkeit mit einer strikten Ablehnung von Konversionstherapien, Stigmatisierung und der Ausgrenzung sexueller Minderheiten verbindet.

Die Diskussionen über Formen der seelsorglichen Begleitung von Menschen mit gleichgeschlechtlicher Anziehung halten in verschiedenen christlichen Konfessionen an. Zuvor berichtete Urania über Auseinandersetzungen im katholischen Bistum Syracuse um die Einführung der Seelsorgegruppe Courage International , erläuterte ein Gerichtsurteil in Oregon zum Schutz der Glaubensüberzeugungen einer christlichen Pflegemutter und analysierte die theologische Debatte über eine Predigt in der New Yorker Episkopalkirche .

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