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Britische Lokführergewerkschaft boykottiert Frauenkonferenz der Labour-Partei wegen Ausschlusses von Transfrauen

Hauptbühne des Parteitags der britischen Labour Party in Liverpool. Foto: SW1APolitico / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Hauptbühne des Parteitags der britischen Labour Party in Liverpool. Foto: SW1APolitico / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Ende September 2026 weigerte sich die britische Lokführergewerkschaft ASLEF in Liverpool, eine Delegation zur jährlichen Frauenkonferenz der regierenden Labour Party zu entsenden. Auslöser des Boykotts war die Entscheidung der Parteiführung, Transgender-Frauen von den Hauptberatungen, den Grundsatzdebatten und den formellen Abstimmungen auszuschließen.

Laut einem Bericht des Portals Labour Home bekräftigte die Delegiertenversammlung der ASLEF ihren Beschluss mit Verweis auf ihren Einsatz für die Rechte von Trans- und nichtbinären Personen. Zuvor hatten bereits andere bedeutende Labour-nahe Gewerkschaften wie Unison, Usdaw, die Musikergewerkschaft (MU) und die CWU auf eine Entsendung von Delegierten verzichtet. Am Morgen der Konferenz veranstalteten Vertreter aller elf der Labour Party angeschlossenen Gewerkschaften in Liverpool eine Solidaritätskundgebung und betonten, dass Transrechte ein integraler Bestandteil von Arbeitnehmerrechten seien.

Das Exhibition Centre Liverpool an der Kings Parade, Veranstaltungsort für Kongresse. Foto: Rodhullandemu / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Hintergrund des Konflikts ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs des Vereinigten Königreichs vom April 2025, wonach der Begriff „Frau“ im Gleichstellungsgesetz von 2010 (Equality Act 2010) das biologische Geschlecht meint. Nachdem die Frauenkonferenz im vergangenen Jahr zur Überprüfung der Regeln ausgesetzt worden war, legte der Parteivorstand fest, dass das Stimmrecht und die Rederechte im Hauptsaal auf biologische Frauen beschränkt bleiben, während Transfrauen der Zugang zu Nebenveranstaltungen (fringe events) offensteht.

Unterstützer der Regelung, darunter die Initiative Labour Women’s Declaration, begrüßten die Umsetzung des Gerichtsurteils als notwendigen Schutz geschlechtsspezifischer Räume und Gremien. Die boykottierenden Gewerkschaften entgegneten, der Ausschluss entziehe langjährigen Mitgliedern die demokratische Mitbestimmung in den Frauenstrukturen der Partei. Die Parteiführung erklärte, man wolle Rechtssicherheit gewährleisten und zugleich Frauenförderung sensibel vorantreiben.

Die 1880 gegründete Gewerkschaft ASLEF vertritt den Großteil der britischen Zugführer und zählt zu den traditionellen Pfeilern und Spendern der Labour Party.

Das Verhältnis von biologischem Geschlecht und Geschlechtsidentität sorgt in Großbritannien weiterhin für politische Auseinandersetzungen. Zuvor berichtete „Urania“ über Sprachleitfäden der britischen Grünen , den Auftritt der Organisation LGB Alliance auf dem Parteitag der Tories und Gesetzesinitiativen zum Verbot von Konversionstherapien im Vereinigten Königreich .

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