Nachrichten USA

Schwule Bar in Pittsburgh entschuldigt sich und sagt Show nach Blackface-Eklat bei Drag-Auftritt ab

Ausschnitt des Auftritts in der Blue Moon Bar in Pittsburgh
Ausschnitt des Auftritts in der Blue Moon Bar in Pittsburgh

Die Leitung der beliebten queeren Bar Blue Moon in Pittsburgh (US-Bundesstaat Pennsylvania) hat sich öffentlich entschuldigt und Darstellungen fremder ethnischer oder rassistischer Identitäten untersagt, nachdem am 23. September 2026 eine neue Drag-Kompagnie mit schwarzer Gesichtsbemalung aufgetreten war. Die Verbreitung von Fotos des Auftritts in den sozialen Medien löste eine Welle der Kritik in der lokalen Community aus und zwang den Club nach massiven Drohungen zur Absage seiner nächsten Open-Stage-Veranstaltung, wie das Magazin LGBTQ Nation berichtete.

Der Vorfall ereignete sich während des wöchentlichen Formats Open Stage Wednesday. Nach Angaben des Managements war die Betriebsleitung an jenem Abend nicht vor Ort, und die Bühne wurde von zwei Gastmoderatoren betreut. Die Clubführung erklärte, die volle Verantwortung für das Geschehen zu übernehmen, entschuldigte sich beim Publikum und betonte, dass Blackface unabhängig von der künstlerischen Absicht inakzeptabel sei. Im Backstage-Bereich wurde ein Hinweisschild angebracht, das Darstellungen untersagt, die auf Rasse, ethnischer Zugehörigkeit oder Nationalität basieren, die nicht der eigenen Identität des Auftretenden entsprechen.

Die auftretende Person veröffentlichte am 28. September eine Erklärung, in der sie den Fehler einräumte und sich bei der Community entschuldigte. Das dunkle Make-up sei als Cosplay der Figur Hexxus gedacht gewesen — dem Umweltverschmutzungs-Dämon aus dem Zeichentrickfilm FernGully – Christa und Zaks Abenteuer im Regenwald von 1992. Das Bestreben nach Detailtreue rechtfertige jedoch nicht den entstandenen Schmerz oder das Aufrufen der rassistischen Tradition des Blackface. Aufgrund von Anfeindungen und Drohungen hatte der Künstler vorübergehend seine Online-Profile deaktiviert. Auch die Moderatoren Brayden Butter und Catty Wampus entschuldigten sich öffentlich dafür, die Nummer nicht unmittelbar nach Betreten der Bühne abgebrochen zu haben; Butter kündigte eine längere Pause von der Moderation offener Bühnen an.

In der lokalen Schwarzen queeren Community stieß der Auftritt auf scharfe Ablehnung. Ciora Thomas, Geschäftsführerin der Bürgerrechtsorganisation SisTers PGH, sagte dem Regionalmedium QBurgh, dass die Darbietung sofort hätte gestoppt werden müssen: „Musik aus, Kameras aus.“ Die lokale Drag-Künstlerin Leia Way LeStat bekräftigte, dass Blackface unter keinen Umständen hinnehmbar sei, warnte jedoch zugleich davor, den Vorfall für Hasskampagnen oder als Bühne für ein „weißes Rettertum“ zu instrumentalisieren; Schwarze und nicht-weiße Künstler benötigten kontinuierliche Unterstützung im Alltag und nicht nur Aufmerksamkeit bei Skandalen. Am 30. September gab die Blue Moon Bar gegenüber dem lokalen Fernsehsender WPXI bekannt , dass der für den Abend angesetzte Open-Stage-Abend aufgrund konkreter Morddrohungen gegen das Lokal und die Belegschaft abgesagt werden musste.

Die Blue Moon Bar an der Butler Street im Stadtteil Lawrenceville in Pittsburgh besteht seit 2002 und gehört zu den traditionsreichsten queeren Nachtlokalen der Stadt. Die für ihre ungezwungene Nachbarschaftsatmosphäre bekannte Bar richtet seit 14 Jahren die wöchentliche Open Stage aus und diente frühen Karriereschritten bekannter US-Drag-Künstlerinnen, darunter den RuPaul’s Drag Race-Gewinnerinnen und Finalistinnen Sharon Needles und Alaska Thunderfuck.

Ähnliche Inhalte

Neueste Nachrichten

Russland verurteilt LGBT-Aktivisten Jaroslaw Sirotkin in Abwesenheit zu vier Jahren Haft 25 afrikanische Religionsvertreter und Wissenschaftler fordern Moratorium für neue Strafmaßnahmen gegen LGBT-Personen In den Niederlanden ist die positive Haltung von Schülern zur Homosexualität zurückgegangen. Zugleich haben 32% der Schüler einen Migrationsbezug und 15% der älteren Jugendlichen sind Muslime