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In den Niederlanden ist die positive Haltung von Schülern zur Homosexualität zurückgegangen. Zugleich haben 32% der Schüler einen Migrationsbezug und 15% der älteren Jugendlichen sind Muslime

Das Akademiegebäude der Universität Utrecht, deren Forscher gemeinsam mit dem Trimbos-Institut HBSC 2025 erstellten. Foto: [Steven Lek / Wikimedia Commons](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Academiegebouw_Utrecht_University.JPG) (CC BY-SA 4.0)
Das Akademiegebäude der Universität Utrecht, deren Forscher gemeinsam mit dem Trimbos-Institut HBSC 2025 erstellten. Foto: [Steven Lek / Wikimedia Commons](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Academiegebouw_Utrecht_University.JPG) (CC BY-SA 4.0)

Der Anteil niederländischer Schüler mit einer positiven Haltung zur Homosexualität ist zwischen 2021 und 2025 stark gesunken. Laut dem am 21. September 2026 veröffentlichten nationalen HBSC-Bericht fiel er bei 12- bis 16-jährigen Jungen an weiterführenden Schulen von 40% auf 22% und bei Mädchen von 78% auf 51%.

Die Universität Utrecht und das Trimbos-Institut führten die Studie mit Mitteln des niederländischen Ministeriums für Gesundheit, Gemeinwohl und Sport durch. Die Analyse umfasste 5.103 Schüler weiterführender Schulen im Alter von 12 bis 16 Jahren und 1.510 Kinder im letzten Grundschuljahr. Die „positive Haltung“ wurde mit drei Aussagen gemessen: ob homosexuelle Jugendliche Freunde der Befragten sein könnten und ob sie einen Kuss zwischen zwei Jungen oder zwei Mädchen abstoßend fänden. 2025 erzielten 36,5% der Schüler einen positiven und 15% einen negativen Wert. Der Anteil derjenigen, die meinten, schwule und lesbische Schüler könnten in der Schule offen über ihre Orientierung sprechen, sank von 59,6% auf 44,9%.

In der HBSC-Stichprobe hatten 28,4% der Schüler einen „Migrationshintergrund“, definiert als mindestens ein außerhalb der Niederlande geborener Elternteil; 72% dieser Gruppe waren selbst im Land geboren. Eine positive Haltung wurde bei 31% der Schüler mit und 40,1% ohne Migrationshintergrund festgestellt. 39,7% beziehungsweise 47% hielten Offenheit über Homosexualität in der Schule für möglich.

Breitere Verwaltungsdaten ergeben einen etwas anderen Anteil. Nach vorläufigen Zahlen des niederländischen Statistikamtes CBS waren von 919.810 Schülern weiterführender Schulen im Schuljahr 2025/26 20,4% in den Niederlanden geboren, hatten aber mindestens einen im Ausland geborenen Elternteil; weitere 11,9% waren selbst im Ausland geboren. Zusammen sind das 32,3%. Eine getrennte CBS-Erhebung zur Religion ergab für 2025, dass sich 15% der 15- bis 18-jährigen Einwohner dem Islam, 14% dem Protestantismus und 6% dem Katholizismus zuordneten; 58% gehörten keiner Religionsgruppe an. Diese Zahlen betreffen alle Einwohner dieses Alters, nicht nur Schüler; HBSC erfasste die Religion nicht.

Die HBSC-Autoren berichten, dass der Rückgang bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund auftrat und der Anteil der ersten Gruppe in den Stichproben von 2021 und 2025 ähnlich war. Die Studie belegt daher nicht, dass Migration oder Religion die allgemeine Entwicklung verursacht haben. Unterschiede gab es auch nach Bildungsgang: 27,8% der Schüler in den stärker berufsorientierten vmbo-b/k-Zweigen erzielten einen positiven Wert, gegenüber 45,9% im akademischen vwo-Zweig.

HBSC-Hauptforscherin und Utrecht-Professorin Gonneke Stevens sagte RTL Nieuws , das Ergebnis stehe im Kontext einer Verrohung der öffentlichen Debatte; eine konkrete Ursache untersuchte die Befragung jedoch nicht. Die schulische GSA-Koordinatorin Rozanne Vleugel nannte getrennt davon den Einfluss der Online-„Manosphäre“.

Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten erklärte am 25. September , Intoleranz gebe es unter anderem in einigen extremistischen islamischen Gruppen, Moscheen und Schulen. Es wäre aber zu einfach, den Rückgang nur Menschen nichteuropäischer Herkunft zuzuschreiben. Er verwies zudem auf feindselige Inhalte und Algorithmen sozialer Medien. Die Regierung plant Maßnahmen für Schulen und Plattformen. Ein internationaler Vergleich ist noch nicht möglich, da die HBSC-Datenerhebung 2025/26 in anderen Ländern weiterläuft.

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