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Feministische Gruppe in Brasilien führt 150 Kandidaten als Unterstützer von Einschränkungen für trans Menschen

Eine in Brasilien verwendete elektronische Wahlmaschine. Foto: [Antonio Augusto / TSE / Wikimedia Commons](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Urna_eletr%C3%B4nica_brasileira_UE2020.jpg) (gemeinfrei)
Eine in Brasilien verwendete elektronische Wahlmaschine. Foto: [Antonio Augusto / TSE / Wikimedia Commons](https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Urna_eletr%C3%B4nica_brasileira_UE2020.jpg) (gemeinfrei)

Das brasilianische Medium Agência Diadorim berichtete am 29. September, die feministische Organisation Matria habe vor der Wahl 150 Kandidaten aus 20 Parteien als Unterzeichner ihrer Selbstverpflichtung zu geschlechtsbasierten Rechten aufgeführt. Das Dokument sieht Einschränkungen vor, die transgeschlechtliche Menschen betreffen; zehn Kandidaten baten später um die Streichung ihrer Namen.

Matria — Mulheres Associadas, Mães e Trabalhadoras do Brasil (Vereinigte Frauen, Mütter und Arbeiterinnen Brasiliens) — legt den Kandidaten acht Verpflichtungen vor. Dazu gehören nach dem Geschlecht getrennte Frauenräume, Dienstleistungen, staatliche Maßnahmen, Sportkategorien und Datenerhebungen sowie ein besonderer Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die unter körper- oder identitätsbezogenem Unbehagen leiden. Die Erklärung beruft sich außerdem auf Wissenschafts- und Meinungsfreiheit sowie auf die Legitimität unterschiedlicher Standpunkte in Debatten über Geschlecht und Gender. Nach Einschätzung von Diadorim zielen fünf der acht Punkte darauf, die Präsenz von trans Menschen in bestimmten Bereichen einzuschränken.

Zum 26. September zählte Diadorim 59 Unterzeichner der Partei der Sache der Arbeiter (PCO), 22 von Novo, 13 von Missão sowie jeweils acht von der Arbeiterpartei (PT) und der Liberalen Partei (PL). Die Liste reicht damit von links bis rechts. Der erste Wahlgang findet am 4. Oktober statt, wie der offizielle Kalender des brasilianischen Obersten Wahlgerichts bestätigt.

Matria bezeichnet sich als unabhängig und überparteilich und gibt an, die zu kontaktierenden Kandidaten auf Empfehlungen ihrer Unterstützerinnen auszuwählen. Mitglieder wenden sich über soziale Netzwerke und Wahlkampfteams an die Kandidaten. Ziel sei der Schutz der geschlechtsbasierten Rechte, der Sicherheit und der Würde von Frauen und Kindern. Die Bezeichnung „Anti-Trans-Lobby“ wies die Organisation zuvor als falsch und verleumderisch zurück.

Matria ließ dennoch zehn Kandidaten, die ihre Unterschrift zurückgezogen hatten, auf der Liste und entfernte lediglich deren Wahlzettelnummern und Links. Die Organisation erklärte, die ursprüngliche Unterschrift belege Zustimmung; der spätere Rückzug sei auf politischen Druck gefolgt. Esther Moraes (Grüne Partei), Kandidatin für das Parlament des Bundesstaats São Paulo, sagte Diadorim, sie habe ohne vollständige fachliche Prüfung unterschrieben und Teile des Dokuments widersprächen ihrem Programm. Ana Julia (PT), Kandidatin für das Bundesparlament aus Paraná, sprach von einem Fehler ihres Teams. Prof Jocelino Júnior (PT), Kandidat für das Parlament von Espírito Santo, erklärte, er habe die Unterschrift nicht autorisiert.

Auf Matrias Seite zur Selbstverpflichtung veröffentlicht die Organisation Namen, Fotos, Parteien und Wahlzettelnummern der Kandidaten, die das Dokument nach ihren Angaben unterstützen. Die Aufnahme eines Namens belegt nicht zwangsläufig Zustimmung zu jedem Punkt: Die Rückzugserklärungen zeigen, dass einzelne Einträge umstritten sind.

„Urania“ berichtete bereits , dass im amtierenden brasilianischen Nationalkongress die Zahl der Vorhaben zur Einschränkung von LGBT-Rechten gestiegen ist, darunter Regelungen zu Schulen, gewählten Namen, der Gesundheitsversorgung trans Menschen und Frauensport.

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