Britisches Bündnis LGB Alliance nimmt am Parteitag der Conservative Party teil
Die britische Interessen- und Wohltätigkeitsorganisation LGB Alliance wird mit einem offiziellen Informationsstand am bevorstehenden Parteitag der Konservativen Partei Großbritanniens teilnehmen, der vom 4. bis 7. Oktober 2026 im International Convention Centre (ICC) in Birmingham stattfindet. Dies gab Dan James Smith, Kurator der Organisation und Ko-Vorsitzender des LGB Alliance Business Forum, im Karrierenetzwerk LinkedIn bekannt.
Nach Angaben von Smith wird der Stand der Vereinigung in Halle 3 des ICC (Stand 60) eingerichtet. Zur Delegation gehören zentrale Führungsmitglieder der Organisation, darunter Geschäftsführerin Kate Barker. Die Präsenz der LGB Alliance auf Parteitagen sorgte in Großbritannien in der Vergangenheit für Kontroversen: Während Labour und die Liberal Democrats der Gruppe offizielle Ausstellungsstände verweigerten, lassen die Tories deren Teilnahme seit 2021 regelmäßig zu.
Die Beteiligung der Organisation am Parteitag fällt in eine grundlegende Debatte über den Kurs der LGBT-Politik bei den Tories. In einem Anfang September 2026 veröffentlichten Leitartikel für das Magazin Conservative Home forderte Dan James Smith die Parteiführung und die Vereinigung LGBT+ Conservatives auf, sich wieder ausschließlich auf die Rechte von Lesben, Schwulen und Bisexuellen (LGB) auf Grundlage des biologischen Geschlechts zu konzentrieren und Abstand von Konzepten der Geschlechtsidentität (TQ+) zu nehmen. Als positives Beispiel verwies Smith auf den jüngsten Beschluss der traditionsreichen US-Organisation Log Cabin Republicans, die Transgender-Agenda aufzugeben und zu einer reinen LGB-Ausrichtung zurückzukehren. Zudem wendet sich die LGB Alliance vehement gegen den Gesetzentwurf der Labour-Regierung zum Verbot sogenannter Konversionspraktiken und warnt davor, dass vage Formulierungen ergebnisoffene Psychotherapie für Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie sowie elterliche Gespräche kriminalisieren und damit medizinische Transitionen anstelle der Akzeptanz von Homosexualität befördern könnten.
Die LGB Alliance wurde 2019 in Großbritannien von Aktivistinnen und Frauenrechtlerinnen, darunter Beverley Jackson und Kate Harris, gegründet, die die Übernahme der Gender-Identitäts-Theorie durch etablierte LGBT-Organisationen ablehnten. Die 2021 als gemeinnützig anerkannte Organisation verteidigte diesen Status 2023 erfolgreich vor Gericht. Sie setzt sich für die geschlechtsbasierten Rechte von Lesben, Schwulen und Bisexuellen, den Erhalt geschützter Räume für Personen gleichen biologischen Geschlechts sowie für Meinungsfreiheit ein.
Zuvor berichtete „Urania“ über den Beschluss der US-Organisation Log Cabin Republicans, sich von Transgender-Themen abzuwenden und sich auf LGB-Rechte zu konzentrieren, sowie über Debatten um Verbote von Konversionstherapien, darunter das Scheitern eines EU-weiten Verbots im Europäischen Parlament .


