Behörden in Namibia bekräftigen illegalen Status der gleichgeschlechtlichen Ehe

Der namibische Justizminister Fillemon Wise Immanuel hat erklärt, dass gleichgeschlechtliche Paare im Land nicht legal heiraten können, ungeachtet der Gerüchte, die in den sozialen Medien kursieren. Diese Klarstellung machte er am Dienstag, den 15. September, in der Nationalversammlung als Antwort auf Fragen seiner Ministerkollegen.
Anlass für die Erklärung waren über WhatsApp verbreitete Nachrichten, wonach das Obergericht angeblich kürzlich zugunsten der Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe entschieden habe. Immanuel betonte, dass diese Information völlig falsch sei. Laut The Namibian erinnerte der Minister daran, dass sich das wegweisende Urteil des Obersten Gerichtshofs vom Mai 2023 ausschließlich auf die Anerkennung von außerhalb Namibias legal geschlossenen Partnerschaften für Einwanderungszwecke bezog.
„Im Rahmen unserer rechtlichen und verfassungsmäßigen Ordnung sind gleichgeschlechtliche Ehen auf namibischem Boden weiterhin unzulässig“, fügte er hinzu und wies darauf hin, dass die Regierung ausländische Ehen nur in einem streng definierten Einwanderungskontext anerkennen werde.
Im Jahr 2024 verabschiedete das Parlament des Landes ein neues Ehegesetz (Marriage Act), das die Ehe ausdrücklich als Bund von Personen des anderen Geschlechts definiert; dieses Dokument ist jedoch aufgrund der noch ausstehenden Ausarbeitung von Verordnungen noch nicht in Kraft getreten.
Namibia bleibt eines der Länder im südlichen Afrika mit einer relativ milden Gesetzgebung gegenüber LGBT-Personen: Einvernehmliche homosexuelle Beziehungen wurden im Juni 2024 durch einen Gerichtsbeschluss entkriminalisiert. Dennoch bleibt Südafrika der einzige Staat auf dem Kontinent, in dem gleichgeschlechtliche Ehen seit 2006 offiziell erlaubt sind.


