Fidschi-Regierung erklärt HIV-Epidemie zum nationalen Notstand

Am Dienstag, den 15. September, erklärte die Regierung von Fidschi aufgrund der raschen Ausbreitung von HIV im Land offiziell den nationalen Notstand. Die Entscheidung wurde von Gesundheitsminister Atonio Lalabalavu bekannt gegeben, nachdem die Initiative vom Kabinett gebilligt worden war.
Laut einer Erklärung des Gesundheitsministeriums hat die Situation ein kritisches Ausmaß erreicht: Aktuellen Schätzungen zufolge lebt einer von 60 Erwachsenen in dem Inselstaat mit HIV, verglichen mit einem von 167 noch vor fünf Jahren. Unter schwangeren Frauen, die eine Schwangerenvorsorge in Anspruch nehmen, ist die Prävalenz sogar noch höher und erreicht etwa 2 % (eine von 50). Insgesamt sind auf Fidschi etwa 9.000 Menschen mit einem positiven Status registriert.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation und des Gemeinsamen Programms der Vereinten Nationen für HIV/AIDS (UNAIDS) wächst die Epidemie auf Fidschi am zweitschnellsten in der Asien-Pazifik-Region, gleich hinter Papua-Neuguinea. Die Behörden führen den starken Anstieg der Fälle auf sexuelle Übertragung und einen Anstieg des injizierenden Drogenkonsums zurück.
Um die Krise zu bekämpfen, hat die Regierung einen speziellen Unterausschuss gebildet, der aus fünf Ministern besteht. Die neuen Maßnahmen sehen vor, Tests, Behandlungen und den Zugang zur Präexpositionsprophylaxe (PrEP) auszuweiten. Darüber hinaus wird ein nationales Programm zum Austausch von Nadeln und Spritzen entwickelt, um die Risiken für Drogenkonsumenten zu verringern – ein Schritt, der Gesetzesänderungen erfordert. Beamte beabsichtigen zudem, eng mit lokalen Gemeinschaften, religiösen Organisationen und indigenen Führern zusammenzuarbeiten.
Die Republik Fidschi ist ein Inselstaat in Ozeanien mit rund 900.000 Einwohnern. Laut UNAIDS blieben die Testabdeckung und der Zugang zu einer kontinuierlichen antiretroviralen Therapie in dem Land trotz des starken Anstiegs der Neuinfektionen historisch auf einem niedrigen Niveau. Die Ausrufung des Notstands soll dazu beitragen, bürokratische Hürden zu überwinden und die Reaktion des Gesundheitssystems auf die Krise zu beschleunigen.


