Britischer Sender BBC setzt LGBT+-Reality-Show Drag Race UK aus finanziellen Gründen ab

Die britische öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt BBC hat angekündigt, dass die achte Staffel der Reality-Show RuPaul’s Drag Race UK die letzte sein wird, die auf ihrem Sender ausgestrahlt wird. Laut MambaOnline bezeichneten Vertreter des Senders diese Entscheidung als „sehr schwierige Wahl“, die durch „erheblichen finanziellen Druck“ bedingt sei.
Es wird erwartet, dass die Sendung nach ihrem Weggang von der BBC auf der Nischen-Streaming-Plattform WOW Presents Plus ausgestrahlt wird, die der Produktionsfirma World of Wonder gehört. Zuvor hatte die BBC im März 2026 aus ähnlichen Gründen unter Berufung auf fehlende Finanzmittel die auf LGBT+ ausgerichteten Dating-Shows I Kissed a Boy und I Kissed a Girl abgesetzt.
Die britische Gewerkschaft für darstellende Künste Equity äußerte sich besorgt darüber, dass die Absetzung von Drag Race UK die Künstler Arbeitsplätze kosten wird. Nach Ansicht der Organisation schränkt die Verlagerung der LGBT+-Kultur vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen auf kostenpflichtige Plattformen den Zugang für ein breiteres Publikum ein. Die Gewerkschaft ist der Ansicht, dass die BBC als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt die Pflicht hat, die Interessen aller Bevölkerungsschichten im Vereinigten Königreich zu vertreten.
Die Entscheidung der BBC fällt vor dem Hintergrund von Berichten über einen Rückgang der LGBT+-Sichtbarkeit in der Mainstream-Unterhaltung. Nach Angaben der US-Medienorganisation GLAAD sank der Anteil von Filmen mit LGBT+-Charakteren bei den Veröffentlichungen der zehn größten Hollywood-Studios im Jahr 2025 auf 20,4 %, verglichen mit einem Rekordwert von 28,5 % im Jahr 2023. Unabhängig davon diskutieren US-Regulierungsbehörden über Initiativen zur Einführung zusätzlicher Warnhinweise für Inhalte, die Themen der Geschlechtsidentität behandeln.


