Russisches Justizministerium stuft russischsprachige LGBT-Organisation in Deutschland als „unerwünscht“ ein

Am 11. September hat das russische Justizministerium die Organisation Quarteera e.V. in die Liste der ausländischen und internationalen Nichtregierungsorganisationen aufgenommen, deren Aktivitäten im Land als „unerwünscht“ gelten. Laut der Website des Ministeriums wurden zusammen mit ihr sechs weitere NGOs aus den USA, Großbritannien und Deutschland in das Register eingetragen.
Quarteera e.V. ist ein 2011 in Berlin gegründeter gemeinnütziger Verein, der russischsprachige LGBT-Personen in Deutschland und ihre Verbündeten zusammenbringt. Er engagiert sich aktiv in der Hilfe für queere Geflüchtete sowie in Kultur-, Bildungs- und Menschenrechtsprojekten.
Die russische Generalstaatsanwaltschaft, die die Entscheidungen über die „Unerwünschtheit“ trifft, hat keine Pressemitteilung veröffentlicht, in der die Gründe für das Verbot dieser Gruppe erläutert werden. Wie das LGBT-Projekt Parni+ anmerkt , bleiben die genauen Beweggründe unklar, warum die wichtigste russischsprachige queere Organisation in Deutschland die Aufmerksamkeit der russischen Behörden auf sich gezogen hat. Der Status „unerwünscht“ bedeutet ein vollständiges Verbot der Aktivitäten der Organisation in Russland sowie strafrechtliche Konsequenzen für jegliche Zusammenarbeit mit ihr oder die Finanzierung ihrer Tätigkeiten.


