Alternative für Deutschland gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und weckt Besorgnis in der LGBT-Community
Bei den Landtagswahlen im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 errang die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) mit 43,8 % der Stimmen zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Sieg. Nach einer Erklärung der LGBT-Organisation der Christlich Demokratischen Union (LSU) bedeuten die Wahlergebnisse, dass die größte Fraktion im neuen Landtag nun eine Partei ist, die die Gleichberechtigung von LGBT-Menschen nicht anerkennt.
In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten die Vorsitzenden der LSU NRW und der LSU Berlin, Philipp Pohlmann und René Powilleit, die Wahl als „bitteren Tag“. Sie wiesen darauf hin, dass das Wahlprogramm der AfD als Norm nur die „normale Familie bestehend aus Mann und Frau, aus der Kinder hervorgehen“ anerkenne und die Akzeptanz von „sexuellen Abweichungen“ sowie nicht-reproduktiven Lebensweisen in einen Zusammenhang mit dem Rückgang der Geburtenrate stelle. Gleichzeitig betont die Christlich Demokratische Union, die bei der Wahl mit 17,2 % der Stimmen auf dem zweiten Platz landete, dass LGBT-Menschen ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft seien und gleichgeschlechtliche Familien keine Abweichung von einer gesellschaftlichen Norm darstellten.
Trotz des Sieges und des Gewinns von 39 der 83 Sitze im Landtag erreichte die von Ulrich Siegmund geführte Alternative für Deutschland nicht die absolute Mehrheit (42 Sitze), die für eine alleinige Regierungsbildung erforderlich ist. Die Christlich Demokratische Union, die Sozialdemokratische Partei, die Grünen und die Linkspartei hatten zuvor angekündigt, eine Koalition mit der AfD abzulehnen; das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das mit 5,3 % der Stimmen erstmals in den Landtag einzog, könnte jedoch eine entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung spielen. Die LSU-Vertreter riefen die Bürger in anderen deutschen Regionen auf, im Vorfeld der dort bevorstehenden Wahlen ihre Kräfte zu bündeln, um für eine freie und vielfältige Gesellschaft einzustehen.


