AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt rückt Alice Weidels Haltung zu LGBT-Themen in den Fokus

Nach dem Sieg der rechten Partei Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September haben internationale und LGBT-Medien erneut die offen lesbische Co-Vorsitzende der Partei, Alice Weidel, in den Fokus gerückt. Laut PinkNews hat das Rekordergebnis der Partei – 43,8 % der Stimmen und 39 von 83 Sitzen im Magdeburger Landtag – eine neue Welle von Diskussionen darüber ausgelöst, wie Weidels Privatleben mit dem politischen Programm der AfD vereinbar ist.
Kritiker und linksliberale Kommentatoren werfen der AfD regelmäßig Intoleranz vor und verweisen auf die Forderung der Partei, das Gesetz zur gleichgeschlechtlichen Ehe („Ehe für alle“) von 2017 aufzuheben, sowie auf ihre Verteidigung der traditionellen Familie. Weidel selbst formuliert ihre Position jedoch anders. In einem Interview mit der ARD erklärte die Politikerin: „Ich bin nicht queer, sondern ich bin mit einer Frau verheiratet, die ich seit 20 Jahren kenne, und wir haben zwei Kinder.“ Weidel distanziert sich konsequent vom Begriff „queer“, lehnt die moderne „Genderpolitik“ ab und betont, dass sie sich nicht diskriminiert fühle.
In Fragen des Familienrechts besteht die AfD auf der Beibehaltung der Definition der Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Weidel selbst ist seit 2009 in einer Beziehung mit der Schweizer Filmproduzentin Sarah Bossard; gemeinsam ziehen sie zwei Söhne groß und leben im Schweizer Ort Einsiedeln. Weidel erklärt, sie sehe keinen Widerspruch zwischen ihrem Privatleben und den konservativen Werten der AfD. Gleichzeitig merken einige Kommentatoren an, dass ihr Status als offen lesbische Frau der Partei hilft, sich gegen den Vorwurf der Homophobie zu verteidigen.
Darüber hinaus argumentieren die AfD und ihre Anhänger, dass die wesentliche Bedrohung für die Sicherheit von Homosexuellen im heutigen Deutschland nicht vom rechten Konservatismus ausgehe, sondern von der unkontrollierten Migration aus Ländern mit patriarchaler Kultur. Innerhalb der AfD genießt Weidel die Unterstützung der Delegierten und wird regelmäßig in Führungspositionen wiedergewählt. Parteivertreter betonen, dass sie Politiker nach ihren beruflichen Qualitäten beurteilen und Identitätspolitik ablehnen.


