Türkische Trans-Schauspielerin Meli Bendeli wegen „Obszönität“ verhaftet
In der Türkei wurde die bekannte Transgender-Schauspielerin Meli Bendeli am 6. September unter dem Vorwurf verhaftet, „obszöne“ Inhalte in den sozialen Medien veröffentlicht zu haben. Laut türkischen Medienberichten führte die von der Generalstaatsanwaltschaft in Kızılcahamam (Provinz Ankara) eingeleitete Untersuchung zu Razzien der Polizei in fünf Provinzen, die in mehreren Festnahmen mündeten.
Die Behörden werfen der Schauspielerin vor, geschlossene, kostenpflichtige Konten eingerichtet zu haben, über die sie explizite Videos und Bilder verbreitete. Nach ihrer Vernehmung auf dem Polizeipräsidium ordnete ein Gericht ihre Untersuchungshaft an. Drei weitere Personen, die in dieselben Ermittlungen verwickelt waren, wurden ebenfalls verhaftet.
Vor Gericht wies Bendeli die Vorwürfe der Obszönität zurück und erklärte, ihre Beiträge zeigten lediglich Ausschnitte aus ihrem Alltag und enthielten keine explizite Nacktheit. Die Schauspielerin betonte, dass sie aufgrund von Diskriminierung gezwungen war, ihre Social-Media-Inhalte zu Geld zu machen: Nach ihrer Transition wurden ihr keine Rollen in Film und Theater mehr angeboten, was ihr die Möglichkeit nahm, mit ihrem Beruf ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Vor ihrem Coming-out wurde sie durch ihre Rolle in der beliebten türkischen Fernsehserie Çukur (Die Grube) einem breiten Publikum bekannt und hatte renommierte Schauspielpreise gewonnen.


