Erste Konferenz der italienischen katholischen Kirche zur LGBT-Pastoral in Rom abgehalten
Am 4. September 2026 fand in Rom (Italien) die erste nationale Konferenz katholischer Seelsorger statt, die sich der Begleitung von LGBT-Personen und ihren Familien widmete. Die Veranstaltung mit dem Titel „Gute Praktiken der Pastoral mit homoaffektiven und transgeschlechtlichen Personen“ fand in der Generalkurie der Gesellschaft Jesu statt und versammelte laut der Zeitung der italienischen Bischöfe, Avvenire , etwa 200 Teilnehmer, darunter rund zehn Bischöfe.
Unter den anwesenden Würdenträgern waren Erzbischof Giuseppe Satriano von Bari, Bischof Antonio Napolioni von Cremona, Bischof Giampio Devasini von Chiavari und Erzbischof Gherardo Gambelli von Florenz. Zur Eröffnung des Treffens überbrachte der Erzbischof von Görz, Giampaolo Dianin, den Teilnehmern Grüße von Kardinal Matteo Zuppi, dem Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz (CEI).
Während der Konferenz diskutierten die Teilnehmer über Möglichkeiten zur Integration von LGBT-Gläubigen in das kirchliche Leben, die Überwindung von Stigmatisierung und Isolation sowie die Bedeutung der Unterstützung von Familien mit homosexuellen oder transgeschlechtlichen Kindern. Die Anwesenden tauschten regionale Erfahrungen aus: So nutzen die Diözesen in der Lombardei seit 2023 das Dokument „Erste Schritte“, das Kriterien für die Bildung spezialisierter pastoraler Teams bietet. Florenz betreibt die „Casa di Andrea“ – eine temporäre Unterkunft für LGBT-Jugendliche in familiären Schwierigkeiten. In Chiavari ist die Begleitung von queeren Personen dem Familienpastoral-Dienst anvertraut, mit dem Ziel, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich jeder unabhängig von Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung zu Hause fühlen kann.
Der Theologe Luca Lunardon ging auf die Arbeit der Studiengruppe 9 der Weltsynode ein und stellte fest, dass die Kirche eine „beziehungsorientierte Bekehrung“ benötige, um die Empfänger der Seelsorge aktiv in die Formulierung moralischer Normen einzubeziehen. Die Organisatoren der Veranstaltung bezeichneten sie als Wendepunkt, der ein neues Maß an Aufmerksamkeit der katholischen Kirche in Italien für ihre verwundbarsten Gläubigen demonstriert.


