Oberster Gerichtshof in Delhi weist Polizei an, Verhaftungsrichtlinien für Transgender-Personen zu entwickeln
Am 2. September 2026 wies der High Court von Delhi (Indien) die Bundesregierung, die Polizei und die Behörden des Hauptstadtterritoriums Delhi an, Maßnahmen zur Ausarbeitung von Standardarbeitsanweisungen (Standard Operating Procedure, SOP) für die Festnahme, Ingewahrsamnahme, Durchsuchung und Inhaftierung von transgeschlechtlichen Personen zu ergreifen. Medienberichten zufolge erging die Anordnung durch eine Kammer unter dem Vorsitz des Oberrichters D.K. Upadhyaya und des Richters Tejas Karia im Rahmen einer vom Jurastudenten Taaran Chandna eingereichten Klage im öffentlichen Interesse.
In der Klageschrift wurde hervorgehoben, dass die Polizei von Neu-Delhi zwar klare Richtlinien für die Festnahme von Frauen und Senioren hat, Protokolle für transgeschlechtliche Personen jedoch völlig fehlen. Auch die neue Strafprozessordnung des Landes (Bharatiya Nagarik Suraksha Sanhita, 2023) enthält keine spezifischen Bestimmungen für diese Gruppe. Als Beispiel für das rechtliche Vakuum führte der Kläger einen Vorfall aus dem Mai 2025 an, bei dem drei transgeschlechtliche Personen von einem männlichen Beamten ohne Berücksichtigung ihrer Geschlechtsidentität und ohne deren Zustimmung körperlich durchsucht wurden, obwohl sie über offizielle Identitätszertifikate verfügten.
Das Gericht wies die Beklagten an, sich an den aktualisierten Empfehlungen der Nationalen Menschenrechtskommission (NHRC) vom Mai 2026 zu orientieren, die die Entwicklung von Protokollen fordern, um transgeschlechtliche Menschen bei Interaktionen mit Strafverfolgungsbehörden vor Diskriminierung, Gewalt und Zwangsoutings zu schützen.
Ein Vertreter der Regierung von Delhi erklärte vor Gericht, dass die Gefängnisse der Hauptstadt bereits über separate Zellen und spezielle Vorkehrungen für transgeschlechtliche Häftlinge verfügen. Das Gericht forderte die Behörden auf, einen schriftlichen Bericht über die ergriffenen Maßnahmen vorzulegen, und setzte die nächste Anhörung für den 18. November 2026 an.


