Schweizer Regierung unterstützt landesweites Verbot von LGBT-Konversionstherapien
Anfang September 2026 veröffentlichte der Schweizer Bundesrat einen Bericht, in dem er seine Bereitschaft erklärte, die Einführung eines landesweiten Verbots der sogenannten Konversionstherapie zu unterstützen — pseudowissenschaftliche Praktiken, die darauf abzielen, die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität zu ändern.
Zuvor hatten sich die Behörden des Landes gegen ein spezielles Bundesgesetz ausgesprochen. Sie argumentierten, dass die bestehenden straf-, zivil- und gesundheitsrechtlichen Bestimmungen bereits ausreichenden Schutz böten. Nun hat die Regierung jedoch ihre Position geändert, um rechtliche Fragmentierung und die Entstehung eines „Flickenteppichs“ unterschiedlicher Gesetze in verschiedenen Regionen des Landes zu vermeiden.
Derzeit ist das Verbot von Konversionstherapien bereits in drei Kantonen in Kraft: Neuenburg, Wallis und Waadt, während in 11 weiteren Kantonen ähnliche Initiativen geprüft werden. Die Idee eines Verbots wird auch gesellschaftlich breit unterstützt, unter anderem von religiösen Organisationen: Im Mai sprachen sich die Schweizer Bischofskonferenz und die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz dafür aus.
Trotz des Mangels an genauen Daten über den Umfang solcher Praktiken in der Schweiz betonte der Bundesrat, dass sie erheblichen psychischen Schaden anrichten. Laut SWI swissinfo.ch muss das Parlament der Regierung nun ein Mandat zur Ausarbeitung des Gesetzes erteilen. Dazu könnte der Ständerat (die kleine Kammer des Parlaments) die Arbeit an einem zuvor sistierten Vorstoss wieder aufnehmen.


